November 26, 2019 / 9:22 AM / 20 days ago

Größter Geldwäscheskandal in Australien bringt Westpac-Boss zu Fall

Australia's Westpac Banking Corp's Chief Executive Officer (CEO) Brian Hartzer speaks during a media conference in Sydney, Australia, November 6, 2017. REUTERS/David Gray

Sydney (Reuters) - Der größte Geldwäscheskandal in Australien hat erneut den Chef einer Großbank in die Knie gezwungen.

Westpac-Boss Brian Hartzer kündigte am Dienstag seinen Rücktritt an, nachdem er nur einen Tag zuvor die Verwicklung des zweitgrößten australischen Geldhauses in den Skandal heruntergespielt hatte. In dem Fall geht es auch um fragwürdige Zahlungen mit Bezug zu Kinderhandel und Kinderpornographie. Innerhalb von eineinhalb Jahren verliert damit die dritte Bank in Australien wegen Geldwäsche- und Betrugsvorwürfen ihren Chef.

Die Aufsichtsbehörde Austrac wirft Westpac vor, jahrelang rote Flaggen missachtet und fragwürdige Zahlungen von Kunden an sanktionierte Länder wie Irak oder Libanon zugelassen zu haben. Außerdem habe es über Jahre hinweg Transaktionen mit geringen Werten nach Südostasien und die Philipinen gegeben, die eine Beteiligung an Kinderausbeutung nahelegten und von der Bank nicht ausreichend überprüft worden seien. Insgesamt geht es um 23 Millionen mutmaßliche Verstöße gegen Geldwäschevorschriften.

Der australische Premierminister Scott Morrison hatte einen Rücktritt von Hartzer gefordert, Aufsichtsratschef Lindsay Maxsted hatte dies bislang aber kategorisch abgelegt. Hartzer hatte am Montag in einer Mitarbeiterversammlung gesagt, für die “normalen Menschen” in Australien sei der Skandal kein großes Thema und man solle ihn “nicht überbewerten”.

In den vergangenen Monaten musste der Chef des größeren Westpac-Rivalen Commonwealth Bank of Australia wegen ähnlicher, aber deutlich weniger Verdachtsfällen, seinen Hut nehmen. Der Vorstandschef der National Australia Bank trat zurück wegen anderweitigem Fehlverhalten des Instituts. Die australische Finanzaufsicht hat die vier Großbanken des Landes seit einiger Zeit im Visier. Neben Geldwäschevorwürfen geht es auch darum, dass Kunden ungeeignete Finanzprodukte angedreht worden sind oder dass sie für Dienstleistungen zahlen mussten, die nie erbracht wurden.

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