for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up
Weltnachrichten

Bericht - Belarussische Oppositionelle von Unbekannten festgenommen

Belarusian opposition politician Maria Kolesnikova attends a rally to protest against police brutality and to reject the presidential election results in Minsk, Belarus September 6, 2020. Tut.By via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. NO RESALES. NO ARCHIVES.

Moskau/Brüssel (Reuters) - Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa ist einem Medienbericht zufolge von Unbekannten verschleppt worden.

Sie sei im Zentrum von Minsk von maskierten Männern in einem Kleinlaster weggefahren worden, berichtete die Website Tut.By am Montag unter Berufung auf eine Augenzeugin. Der Nachrichtenagentur Interfax zufolge wies die Polizei eine Beteiligung zurück. Kolesnikowa hielt sich als letzte von drei Oppositionsführerinnen, die sich zur Präsidentenwahl zusammengeschlossen hatten, noch in Belarus auf. Dort nahmen die Sicherheitsbehörden weitere Demonstranten fest, die gegen den Sieg von Amtsinhaber Alexander Lukaschenko protestiert hatten. Lukaschenko wird in den kommenden Tagen in Russland erwartet.

Verbündete von Kolesnikowa kündigten an, den Bericht über ihre Entführung zu prüfen. Auch einige ihrer Mitarbeiter seien nicht zu erreichen. Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Swetlana Tichanowskaja sprach von einem Versuch, die Opposition einzuschüchtern. Kolesnikowa spielt eine Schlüsselrolle bei den jüngsten Protesten gegen den Ausgang der Wahl vom 9. August. Ihre beiden Mitstreiterinnen haben das Land verlassen: Mitte August reiste Tichanowskaja nach Litauen, ihre Vertraute Olga Kowalkowa Anfang September nach Polen. Die Ausreisen fanden vor dem Hintergrund des Vorgehens der Polizei gegen die Demonstranten vor. So gab das Innenministerium 633 weitere Festnahmen am Sonntag bekannt, als Tausende gegen die Regierung auf die Straße gegangen waren.

EU hat den Ablauf der Wahl und das Vorgehen gegen die Demonstranten kritisiert. Ein EU-Sprecher erklärte, Strafmaßnahmen gegen die Verantwortlichen seien in Arbeit. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters von EU-Diplomaten erfahren, dass 31 hochrangige Regierungsvertreter und Behörden mit Sanktionen belegt werden sollen. Eine abschließende Übereinkunft dürfte am 21. September beim EU-Außenministertreffen erzielt werden. Lukaschenko selbst soll dabei nicht Ziel der Maßnahmen sein. Dies stünde im Gegensatz zu Schritten, die die baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland - alles EU-Mitglieder - bereits eingeleitet haben. Reuters hatte Anfang September aus US-Kreisen erfahren, dass auch die USA Sanktionen erwägen.

Lukaschenko regiert das auch als Weißrussland bekannte Land seit 1994 autoritär. Der wichtigste Verbündete der ehemaligen Sowjetrepublik ist Russland. Das Präsidialamt in Moskau kündigte am Montag an, Lukaschenko werde “in den kommenden Tagen” zu Gesprächen in der russischen Hauptstadt erwartet.

for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up