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Weltnachrichten

Litauen fürchtet engeres Bündnis zwischen Belarus und Russland

Belarusian President Alexander Lukashenko chairs a meeting on industrial development, in Minsk, Belarus August 27, 2020. Sergei Sheleg/BelTA/Handout via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. NO RESALES. NO ARCHIVES. MANDATORY CREDIT.

Vilnius (Reuters) - Litauen warnt vor einem engen Schulterschluss von Belarus mit Russland.

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko sei kurz davor, die Unabhängigkeit seines Landes aufzugeben und eine Vereinbarung über ein stärkeres Bündnis mit Russland zu unterzeichnen, sagte der litauische Außenminister Linas Linkevicius am Montag im Fernsehen. Russland “wird jetzt rasch das umsetzen, was es seit 20 Jahren nicht geschafft hat”, erklärte der Minister. “Und das ist sehr besorgniserregend.” Die Integration von Belarus und Russland sei kaum zu stoppen. Lukaschenko sei dazu aber weder moralisch noch politisch berechtigt. Ein solcher Schritt würde ein “Mandat des Volkes” erfordern, sonst seien weitere Spannungen vorprogrammiert.

Linkevicius betonte, eine engere Beziehung zwischen Russland und Belarus könnte dazu führen, dass russisches Militär in Belarus stationiert werde. Das EU- und Nato-Land Litauen grenzt an das früher als Weißrussland bezeichnet Belarus. Beide Staaten sind ehemalige Sowjet-Republiken. In Belarus gibt es seit knapp einem Monat Proteste gegen die Präsidentenwahl, nach der sich Lukaschenko zum klaren Sieger erklärte. Die Opposition wirft ihm Wahlbetrug vor.

In der Krise hatte Lukaschenko wieder verstärkt Kontakt zu Russlands Präsident Wladimir Putin gesucht, nachdem sich die Beziehungen zwischen den beiden Politikern zuvor abgekühlt hatten. Putin hatte unlängst für einen seit längerem existierenden Plan geworben, der engere Verbindungen zwischen Belarus und Russland vorsieht. Lukaschenko hatte dieses Vorhaben bisher abgelehnt und Russland vorgeworfen, sich Belarus einverleiben zu wollen.

Nach Bundesaußenminister Heiko Maas[nL8N2G444V] schaltete sich am Montag auch sein britischer Amtskollege in den Fall der belarussischen Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa ein. Er sorge sich ernsthaft um das Wohlbefinden Kolesnikowas, erklärte Dominic Raab. “Lukaschenkos Regime muss ihre sichere Rückkehr zur obersten Priorität machen.” Kolesnikowa ist einem Medienbericht vom Montag zufolge von Unbekannten verschleppt worden.[nL8N2G41OI]

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