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Weltnachrichten

Weiterer Oppositionspolitiker in Belarus festgenommen

A law enforcement officer leads away an opposition supporter with a historical white-red-white flag during a rally against presidential election results in Minsk, Belarus August 30, 2020. BelaPAN via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. NO RESALES. NO ARCHIVES.

Moskau (Reuters) - Die Regierung in Belarus verschärft ihren Kurs gegenüber Oppositionspolitikern.

Zwei Tage nach dem Verschwinden von Maria Kolesnikowa wurde der Anwalt Maxim Snak am Mittwoch nach Angaben von Unterstützern in Gewahrsam genommen. Snak gehörte dem Koordinierungsrat an, der in den vergangenen Wochen die Proteste gegen die Wahlfälschungen und Präsident Alexander Lukaschenko organisierte. Die Agentur Interfax meldete unter Berufung auf Vertraute Snaks, in zivil gekleidete Maskierte hätten ihn aus seinem Büro geführt. Auch das Büro des inhaftierten Oppositionspolitikers Viktor Babariko werde durchsucht. Der litauische Außenminister Linas Linkevicius schrieb auf Twitter, dass auch die weißrussische Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch in ihrer Wohnung von Unbekannten belästigt werde.

Die Regierung in Minsk verschärft seit Tagen ihre Vorgehen gegen die anhaltenden Demonstrationen in der Hauptstadt und anderen Städten des Landes. Die Polizei teilte mit, dass sie am Dienstag in mehreren Orten 121 Personen verhaftet habe. Die Gesamtzahl der Inhaftierten wird auf mehrere tausend Personen geschätzt. Die Oppositionelle Kolesnikowa war nach Behördenangaben vom Dienstag an der Grenze zur Ukraine festgesetzt worden. Die Agentur Interfax Ukraine hatte unter Berufung auf die Regierung in Kiew gemeldet, Kolesnikowa habe ihren Pass zerrissen, um eine Abschiebung zu verhindern. Kolesnikowa war seit Montag unauffindbar. Nach Medienberichten wurde die 38-Jährige im Zentrum von Minsk verschleppt.

“Ich fordere die sofortige Freilassung von Maxim Snak, der verhaftet oder richtiger ‘entführt’ wurde”, teilte Swetlana Tichanowskaja mit, die gegen Lukaschenko in der Präsidentenwahl Anfang August angetreten war und mittlerweile in das EU-Land Litauen geflohen ist.

In Belarus kommt es seit der umstrittenen Wiederwahl Lukaschenkos regelmäßig zu Massenprotesten. Die Opposition wirft dem seit 26 Jahren autoritär regierenden Staatschef Wahlbetrug vor. Dazu kommen Proteste gegen die Misshandlung von Inhaftierten. Die Agentur RIA teilte unter Berufung auf Diplomaten mit, dass Lukaschenko am 14. September nach Moskau reisen werde. Die EU erkennt das Ergebnis der Präsidentschaftswahl nicht an und will Sanktionen gegen die Verantwortlichen der Wahlmanipulation verhängen.

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