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Weltnachrichten

Wieder Massenproteste gegen Lukaschenko in Belarus

People take cover from rain under umbrellas during an opposition rally to protest against police brutality and to reject the presidential election results in Minsk, Belarus September 6, 2020. Tut.By via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. NO RESALES. NO ARCHIVES.

Minsk (Reuters) - In Belarus haben am Sonntag trotz Warnungen der Regierung wieder Zehntausende Menschen gegen den umstrittenen Präsidenten Alexander Lukaschenko protestiert.

Viele Kundgebungsteilnehmer in Minsk trugen die rot-weißen Flaggen der Opposition und riefen “Geh weg” oder “Du bist eine Ratte”. Die Menschenrechtsgruppe Frühling-96 erklärte, mindestens 70 Demonstranten seien festgenommen worden. Die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete unter Berufung auf das belarussische Innenministerium, dass mindestens 100 Peronen in Gewahrsam genommen worden seien. Außerdem wurden laut der Agentur mehrere Menschen verletzt, als Einsatzkräfte eine Kundgebung vor einer staatlichen Traktoren-Fabrik auflösen wollten.

In Video-Aufnahmen des Medienunternehmens TUT.BY war zu sehen, wie Frauen “Schande” riefen, als maskierte Männer gegen Gegner Lukaschenkos vorgingen. Das Innenministerium kündigte an, die Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken, und “alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um solche Aktionen zu beenden und Verstöße gegen die Wahrung der öffentlichen Ordnung zu verhindern”.

Die ins Exil geflohene Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja erklärte in einer am Samstag veröffentlichten Video-Botschaft, die Belarussen seien erwacht und es werde unmöglich sein, dass sie in ihre frühere geistige Haltung zurückfallen würden.

Unterdessen warf Litauen der Europäischen Union im Zusammenhang mit Belarus Untätigkeit vor. Dadurch untergrabe die EU die Glaubwürdigkeit ihrer Außenpolitik, sagte Außenminister Linas Linkevicius in einem Interview der “Financial Times”. Die EU müsse den Einfluss Russlands kontern und der belarussischen Opposition “konkrete Hilfe” zukommen lassen.

Die Opposition in Belarus wirft dem seit 26 Jahren autoritär regierenden Lukaschenko Wahlbetrug vor, auch die EU erkennt die Wahl nicht an. Litauen und die beiden anderen baltischen EU-Mitglieder Lettland und Estland haben bereits Sanktionen gegen belarussische Regierungsvertreter verhängt, darunter gegen Lukaschenko. Unterstützt wird der Präsident dagegen von Russland.

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