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Weltnachrichten

Erneute Großdemonstration in Belarus - Hunderte Festnahmen

Law enforcement officers scuffle with demonstrators during a rally against police brutality following protests to reject the presidential election results in Minsk, Belarus September 13, 2020. Tut.By via REUTERS

Minsk (Reuters) - In der belarussischen Hauptstadt Minsk haben am Sonntag erneut mindestens 100.000 Menschen gegen den langjährigen Präsidenten Alexander Lukaschenko protestiert.

Dabei nahm die Polizei nach eigenen Angaben mehr als 400 Menschen fest. Bereits am Samstag war die Polizei in Minsk gegen Demonstranten vorgegangen und hatte Dutzende Personen verhaftet. Sie werfen Lukaschenko Betrug bei der Wahl vom 9. August vor, bei der er sich zum klaren Sieger erklärt hatte. Die Demonstranten verlangten auch die Freilassung inhaftierter Oppositioneller, darunter die Führungsfigur Maria Kolesnikowa.

Die Präsidentenwahl Anfang August ist international umstritten, die Europäische Union erkennt sie nicht an. Kritiker werfen Lukaschenko, der seit 26 Jahren das Land autoritär regiert, Wahlbetrug vor und verlangen seinen Rücktritt. Der Präsident weist die Vorwürfe zurück und hat zudem erklärt, hinter den Protesten stünden ausländische Kräfte.

Die Massenkundgebungen dauern seit Wochen an, wobei die Regierung ihren Druck auf die Protestbewegung erhöht. Am Wochenende waren viele Polizeikräfte auf den Straßen zu sehen. Manche Gebiete der Stadt, die zuletzt im Zentrum der Proteste gestanden hatten, waren mit Stacheldraht abgesperrt. Der russischen Agentur Interfax zufolge feuerten Sicherheitskräfte zudem Schüsse in die Luft ab, um Demonstranten zu warnen.

In den vergangenen Wochen würden zahlreiche Führungspersonen der Opposition und mutmaßlich tausende Demonstranten festgenommen. Als Siegerin der Wahl gilt für die Demonstranten Swetlana Tichanowskaja, die aber aus Sicherheitsgründen nach Litauen ausgereist ist.

Lukaschenko hat sich angesichts der Entwicklung wieder verstärkt Russland zugewandt. Die Regierung in Russland hat im unter anderem finanzielle Hilfe zugesagt. Die Nachrichtenagentur RIA berichtete am Sonntag, die Regierung in Moskau wolle zudem Spezialisten aus einer Fallschirmjäger-Division nach Belarus schicken. Sie sollen dort ab Montag gemeinsame Übungen mit dem belarussischen Militär durchführen. Diese seien bis zum 25. September angesetzt. Danach würden die russischen Soldaten in ihre Heimat zurückkehren.

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