February 28, 2011 / 6:46 AM / 8 years ago

Bierkonzern Anheuser-Busch peilt deutsche Zukäufe an

Frankfurt (Reuters) - Der weltgrößte Bierkonzern Anheuser-Busch InBev ist in Deutschland auf der Suche nach Übernahmekandidaten.

“Wir wollen wachsen und aktiv an der Konsolidierung der Branche teilnehmen”, sagte Vorstandschef Carlos Brito der “Welt am Sonntag”. Der Konzern - dem rund 300 Biermarken, unter anderem Beck’s, Budweiser, Franziskaner und Löwenbräu, gehören - analysiere systematisch den Markt und schaue sich nach Übernahmezielen um, auch in Deutschland. “Wenn alles passt, greifen wir zu.” Zudem soll hierzulande kräftig in Marketing und neue Produkte investiert werden.

Die vergangenen Jahre habe sich der Konzern auf die Integration des 2008 übernommenen US-Brauers Anheuser-Busch konzentriert, doch dabei seien Fortschritte zu vermelden: “Es geht deutlich schneller, als sämtliche Experten und auch wir selbst erwartet hatten, auch beim Abbau der Schulden.” Dabei profitiere der belgische Konzern davon, dass die Einsparungsziele durch Synergien mit 2,25 Milliarden Dollar wesentlich höher als zunächst angepeilt seien und Verkäufe mit 9,4 Milliarden Dollar überraschend viel eingebracht hätten. Auch laufe das Tagesgeschäft “unerwartet stark”. Die Zahlen werden am Donnerstag veröffentlicht.

HOHE ROHSTOFFKOSTEN FORDERN IHREN TRIBUT

Der niederländische Konkurrent Heineken hatte kürzlich erst seine Jahresbilanz vorgelegt und dank eines Sparkurses im vergangenen Jahr die Gewinnerwartungen übertroffen. Carlsberg dagegen litt unter einer drastischen Erhöhung der Alkoholsteuer auf dem wichtigen Markt Russland. Der dänische Brauer warnte zudem davor, dass die Gewinnmargen wegen steigender Rohstoffkosten sinken könnten. Die höheren Kosten spürt auch Anheuser-Busch: “Die Brauer stehen stark unter Druck wegen stetig steigender Rohstoff-, Verpackungs- und Energiepreise”, sagte Brito. “Eigentlich müsste deswegen der Bierpreis erhöht werden, gerade in Deutschland, wo Bier ohnehin deutlich billiger ist als in anderen Ländern.” Doch über den Preis bestimmten der Handel und die Kunden, “und dass die Verständnis für unsere Situation haben, wage ich zu bezweifeln”, sagte der Manager. Die nächsten sechs Monate würden zeigen, ob Preiserhöhungen möglich seien.

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