April 11, 2009 / 5:59 PM / 10 years ago

BNP droht mit Rücknahme ihres Angebots zum Teilkauf von Fortis

Brüssel, 11. Apr (Reuters) - Die französische Bank BNP Paribas(BNPP.PA) will ihr Angebot zum Kauf eines Teils von FortisFOR.BR zurückziehen, wenn die Aktionäre der angeschlagenen niederländisch-belgischen Finanzgruppe die neuen Bedingungen in diesem Monat ablehnen. “Sollten sie mit Nein stimmen, ist das Spiel für uns vorbei”, sagte BNP-Chef Baudoin Prot der Zeitung “Le Soir” am Samstag. Belgien und die größte französische Bank hatten sich Anfang März auf neue Konditionen für die Zerschlagung von Fortis geeinigt.

Die Vorstände beider Institute waren damals zuversichtlich, dass auch bislang widerspenstige Fortis-Aktionäre diesem dritten Versuch, das Geschäft über die Bühne zu bringen, zustimmen würden. Mit dem Anteilskauf würde BNP zur größten Bank in der Euro-Zone nach Einlagen auf steigen. Der Plan sieht vor, dass BNP Paribas weiterhin 75 Prozent an der Fortis Bank übernimmt. Die ehemalige Bankensparte der börsennotierten Fortis Holding ist mittlerweile im Besitz des belgischen Staates.

Nach dem neuen Vorschlag soll die Fortis Bank von der Holding zugleich einen 25-prozentigen Anteil am Versicherungsgeschäft Fortis Insurance Belgium für 1,375 Milliarden Euro erwerben. Die Finanzierung wird dem Plan zufolge von der BNP garantiert. Der überarbeitete Plan ermöglicht der Holding damit, ihr Versicherungsgeschäft fortzuführen. Die Fortis-Aktionäre sollen am 28. und 29. April darüber abstimmen.

Im Februar hatten die Fortis-Aktionäre mit einer hauchdünnen Mehrheit gegen die Pläne des belgischen Staates für eine Aufspaltung des Finanzkonzerns gestimmt und damit die Expansionspläne der BNP Paribas infrage gestellt. BNP wollte schon damals den Mehrheitsanteil an der Fortis Bank übernehmen und ihr Geschäft damit auf Belgien und Luxemburg ausweiten. Bislang ist BNP vor allem in Frankreich und Italien präsent.

Fortis war im Zuge der weltweiten Finanzkrise vor allem die Beteiligung am Kauf des niederländischen Rivalen ABN Amro zum Verhängnis geworden. Ende Oktober beschlossen die Regierungen Belgiens, Luxemburgs und der Niederlande die Zerschlagung des Instituts.

Reporter: Anne Jolis; bearbeitet von Birgit Mittwollen

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