May 15, 2013 / 11:45 AM / in 7 years

Deutschland entgeht nur knapp der Rezession

Berlin (Reuters) - Deutschland ist knapp der Rezession entronnen, die Euro-Zone aber steckt mittendrin.

Huge van carriers transport containers at the container terminal "Burchardkai" of the Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) in the harbour of Hamburg October 17, 2012. Two years after expanding at its fastest rate since reunification, Germany's economic growth is seen at just 1 percent next year, finally hit by the euro zone crisis that has hammered most of its partners. The government chopped its 2013 growth forecast on Wednesday to 1 percent, down from a 1.6 percent forecast in April. For this year, the economy ministry expects growth of 0.8 percent, up from 0.7 percent in April. Picture taken October 17. REUTERS/Fabian Bimmer (GERMANY - Tags: BUSINESS MARITIME) - RTR399WJ

Europas größte Volkswirtschaft wuchs im ersten Quartal nur um 0,1 Prozent. Die Unternehmen exportierten und investierten wegen der Schuldenkrise weniger. Zumindest die Konsumenten waren aber in Spendierlaune. Trotzdem reichte es nicht aus, um die ganze Währungsunion anzuschieben: Deren Wirtschaftsleistung schrumpfte mit 0,2 Prozent bereits das sechste Quartal in Folge - das ist die längste Durststrecke in der Geschichte der Euro-Zone. Die Misere trübt die Aussichten der deutschen Wirtschaft. Ökonomen senkten deshalb ihre Wachstumsprognose für 2013 und 2014 deutlich.

Das Bruttoinlandsprodukt wurde von Januar bis März 2013 zusätzlich durch den langen Winter gebremst, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Schnee und Frost legten viele Baustellen vorübergehend lahm. Das Wachstum fiel deshalb schwächer aus als von Ökonomen mit 0,3 Prozent vorhergesagt. Im Schlussquartal 2012 war die Wirtschaftsleistung allerdings mit 0,7 Prozent noch so stark gesunken wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr.

BARROSO RÜFFELT FRANKREICH

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler geht angesichts steigender Aufträge in der Industrie davon aus, dass die Schwächephase inzwischen überwunden ist. “Die deutsche Wirtschaft hat im Frühjahr wieder an Schwung gewonnen”, sagte der FDP-Vorsitzende zu Reuters. “Es gibt allen Grund, zuversichtlich zu sein. Insbesondere der robuste Arbeitsmarkt und die gute Einkommensentwicklung stärken den privaten Konsum.”

Die Euro-Zone leidet dagegen unter der hohen Arbeitslosigkeit und den Sparprogrammen vieler Regierungen. Zwar schrumpfte die Wirtschaftleistung mit 0,2 Prozent nicht mehr so stark wie Ende 2012 mit 0,6 Prozent. Doch schafften neben Deutschland nur Belgien und die Slowakei ein kleines Plus. Sorge bereitet besonders die Entwicklung in den nach Deutschland größten Euro-Staaten Frankreich und Italien.

Frankreich rutschte erstmals seit vier Jahren wieder in die Rezession: Das Minus lag bei 0,2 Prozent. “Die Wahrheit ist, das Frankreich in den vergangenen 20 Jahren an Wettbewerbsfähigkeit verloren hat”, kritisierte EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso. In Italien ging das Bruttoinlandsprodukt mit 0,5 Prozent schon das siebte Quartale in Folge zurück - eine so lange Rezession hat es seit Beginn der Statistik 1970 noch nicht gegeben. “Jetzt kommt es darauf an, dass unsere europäischen Partner ihre Reformprogramme entschlossen umsetzten, um die Wettbewerbsfähigkeit in ganz Europa zu stärken”, forderte Rösler.

“DIE RISIKEN SIND GESTIEGEN”

Experten trauen der Euro-Zone frühestens in der zweiten Jahreshälfte zu, wieder auf den Wachstumspfand zurückzukehren. Die Krise auf dem wichtigsten Absatzmarkt trübt auch die Perspektiven der deutschen Wirtschaft. Banken-Ökonomen senkten deshalb reihenweise ihre Prognose: die Commerzbank zum Beispiel für 2013 von 0,5 auf 0,2 Prozent und für 2014 von 2,0 auf 1,5 Prozent.

Das zweite Quartal dürfte allerdings besser ausfallen - auch dank Nachholeffekten am Bau, denn witterungsbedingt ausgefallene Arbeiten könnten im Frühling nachgeholt werden. “Allerdings sind die Konjunkturrisiken gestiegen”, warnte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer und verwies auf das Ifo-Geschäftsklima, das zuletzt zwei Mal in Folge gesunken ist. “Das liegt daran, dass die Weltkonjunktur etwas an Schwung verloren hat.” Angesichts der Verunsicherung durch die Schuldenkrise investierten die Unternehmen weniger.

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