October 22, 2019 / 8:01 AM / in 23 days

Boliviens Wahlbehörde sieht Präsident Morales auf Weg zum Sieg

People wave the Bolivian flag as supporters of MAS party of President Evo Morales and supporters of opposition candidate Carlos Mesa of Citizen Community party gather in front of the official electoral computing center in La Paz, Bolivia, October 21, 2019. REUTERS/Ueslei Marcelino

La Paz (Reuters) - In Bolivien hat der linke Präsident Evo Morales nach Angaben der Wahlbehörde TSE seinen Vorsprung so weit ausgebaut, dass er nicht in die Stichwahl gegen seinen konservativen Rivalen Carlos Mesa müsste.

Nach einer 24-stündigen Auszählungspause veröffentlichte die TSE am späten Montagabend entsprechende vorläufige Zahlen. Der wirtschaftsfreundliche Mesa erkennt jedoch nicht an, dass Morales wie von der TSE angegeben den nötigen Vorsprung von zehn Prozentpunkten errungen hat und somit nicht in die Stichwahl muss. Beobachter der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) äußerten Zweifel an der Auszählung. In der Hauptstadt La Paz und anderen Orten kam es zu Protesten.

Der linke Morales regiert das verarmte Land seit 2006. Lange Zeit stand er für politische und wirtschaftliche Stabilität. Doch Korruptionsvorwürfe und undemokratisches Vorgehen schmälern die Unterstützung für den 59-Jährigen. Außerdem verlangsamt sich das Wirtschaftswachstum.

Die Wahlbehörde TSE hatte am Sonntagabend die Auszählung unterbrochen, als fast 84 Prozent der Stimmen ausgewertet waren. Zu diesem Zeitpunkt hatte alles auf eine Stichwahl hingedeutet. “Diese Zahlen weisen eindeutig auf eine zweite Runde hin”, sagte Manuel Gonzales, der Leiter der OAS-Wahlbeobachter. Der Trend decke sich mit der Statistik der Beobachter. Für die OAS stellte sich daher die Frage, warum die Auszählung unterbrochen wurde. Mesa hatte bereits das Erreichen der zweiten Runde gefeiert. Morales dagegen hatte erklärt, nach Auszählung der auf dem Land abgegebenen Stimmen werde er eindeutig Sieger sein.

Nach der 24-stündigen Pause gab die Wahlbehörde neue Zahlen bekannt. Demnach entfallen auf Morales 46,85 Prozent und auf Mesa 36,73 Prozent der Stimmen. Der Amtsinhaber hätte damit bereits in der ersten Runde gewonnen. Die Bürger würden dies nicht akzeptieren, sagte Mesa dazu vor Journalisten in Santa Cruz. “Diese Regierung hat eine unmögliche Situation geschaffen. Sie macht sich lustig über die Abstimmung des Volkes.” OAS-Beobachter Gonzales nannte diese Trendumkehr innerhalb eines Tages “unerklärlich” und einen Tiefschlag für das Vertrauen der Bürger in die Wahlkommission.

In La Paz versammelten sich Tausende Menschen vor dem Hotel, in dem die Wahlbehörde TSE arbeitete. In Tarija und Sucre zündeten aufgebrachte Bürger Wahlurnen an und steckten Auszählungslokale in Brand.

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