August 23, 2019 / 5:39 AM / 3 months ago

Amazonas-Waldbrände werden Thema bei G7-Gipfel in Biarritz

Brazil's President Jair Bolsonaro speaks during the Brazilian Steel Conference in Brasilia, Brazil, August 21, 2019. REUTERS/Adriano Machado

Brasilia/Berlin (Reuters) - Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat internationale Kritik wegen der verheerenden Waldbrände im Amazonas-Regenwald abgeschmettert und sich gegen eine Einmischung von außen verwahrt.

Zugleich räumte er ein, dass sein Land nicht über die Mittel verfüge, die Feuer unter Kontrolle zu bringen. Das Amazonas-Gebiet sei größer als Europa, sagte er. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel wollen die Brände auf die Tagesordnung des G7-Gipfels am Wochenende in Biarritz setzen. Auch Kanadas Regierungschef Justin Trudeau schloss sich dem an. “Unser Haus brennt”, twitterte Macron, der von einer internationalen Krise sprach. Merkels Sprecher Steffen Seibert nannte das Ausmaß der Brände “erschreckend und bedrohlich”. Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres äußerte große Besorgnis. Irlands Regierungschef Leo Varadkar drohte einem Medienbericht zufolge damit, aus Protest gegen Brasiliens Vorgehen den EU-Mercosur-Freihandelsvertrag zu blockieren.

“Der Amazonas-Regenwald - die Lunge, die 20 Prozent des Sauerstoffs auf unserem Planeten produziert - steht in Flammen”, twitterte Macron. Das Feuer habe nicht nur Folgen für die betroffenen Länder, sondern den gesamten Globus, erklärte Merkels Sprecher Seibert. Daher gehöre das Thema auf die Agenda des Gipfels der sieben führenden westlichen Industriestaaten (G7). Der französische Präsident habe in dieser Frage die Bundeskanzlerin “ganz auf seiner Seite”, sagte Seibert. “Der Schutz des einzigartigen Naturerbes Amazonas ist eine internationale Aufgabe, die uns alle angeht”, twitterte Bundesaußenminister Heiko Maas. “Deutschland steht bereit, Hilfe und Unterstützung zu leisten, um die Brände zu bekämpfen.” Brasilien ist bei dem G7-Gipfel nicht dabei.

Die Feuer im Amazonasgebiet haben in diesem Jahr nach brasilianischen Regierungsangaben um 83 Prozent zugenommen. Satellitenaufnahmen zeigen eine Vielzahl von Bränden auch in abgelegenen Gebieten des Amazonas. Feuer kommen zur Trockenzeit zwar immer wieder vor. Brasiliens Präsident räumte aber ein, dass die massiven Waldbrände am Amazonas möglicherweise illegal von Landwirten gelegt worden seien. Auch Umweltschützern zufolge sind Bauern für den jüngsten Anstieg verantwortlich, die mit den Brandrodungen Land für ihre Weiden gewinnen wollten. Bolsonaro hatte wiederholt erklärt, er trete dafür ein, das Amazonasbecken wirtschaftlich zu erschließen und Bergbau, Landwirtschaft und den Holzeinschlag zu ermöglichen.

“LUNGE DER WELT”

Brasilianische Staatsanwälte wollen wegen der Brände Ermittlungen einleiten. Angesichts der zunehmenden Zerstörung des Urwaldes gehe es darum zu untersuchen, ob der Umweltschutz vernachlässigt worden sei, teilte die Strafverfolgungsbehörde mit. Behörden untersuchen einen Aufruf in einer Lokalzeitung, in der Bauern zur Teilnahme an einem “Feuertag” und zu Brandrodungen aufgefordert worden sein sollen. Damit würden sie “Bolsonaro ihre Bereitschaft zur Arbeit” zeigen.

Brasiliens Präsident wies jede internationale Einmischung zurück. Staaten, die Geld an sein Land zahlten, schickten es nicht aus Großzügigkeit, sagte er in einer Facebook-Sendung. “Sie schicken es mit dem Ziel, unsere Souveränität zu beschneiden.” Nachdem die Bundesregierung und vor allem Norwegen finanzielle Hilfen für den Erhalt des Amazonas wegen der zunehmenden Zahl an Brandrodungen gestoppt hatten, betonte er, dass Brasilien dieses Geld nicht benötige.

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