June 15, 2020 / 2:20 PM / a month ago

EU und Briten wollen Gespräche über künftige Beziehung im Juli intensivieren

Puzzle with printed EU and UK flags is seen in this illustration taken November 13, 2019. REUTERS/Dado Ruvic/Illustration

London (Reuters) - Großbritannien und die EU sind sich darüber einig, dass die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen neuen Schwung brauchen.

Beide Seiten hätten sich bei den Gesprächen am Montag hinter Pläne ihrer Chefunterhändler gestellt, den Austausch im Juli zu intensivieren, heißt es in einer am Montag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung. So sollten die Voraussetzungen für den Abschluss einer Vereinbarung und deren Ratifizierung noch vor dem Jahresende geschaffen werden. Teil dessen solle, wenn möglich, eine frühzeitige Einigung auf die Grundsätze eines späteren Abkommens sein.

Die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien stecken seit langem fest. Großbritannien hat die EU im Januar verlassen, die bisherigen Regelungen gelten aber weiter, um beiden Seiten Zeit für die Ausarbeitung eines neuen Handelsabkommens zu geben. Die Frist dafür läuft Ende des Jahres aus.

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben erklärte, dass es für die deutsche Wirtschaft kein gutes Signal sei, dass der wichtige politische Impuls zur Auflösung der Verhandlungsblockade beim Spitzentreffen nicht gelungen sei. “Leider gibt es jetzt nur einen klaren Punkt: Eine Verlängerung der Übergangsphase über 2020 hinaus wird nun offiziell ausgeschlossen. Damit wächst der Druck auf die Wirtschaft. Denn ohne Einigung bis Jahresende drohen Zölle, umfangreiche Handelshemmnisse und rechtliche Unsicherheit im wichtigen Außenhandel mit dem UK”, sagte Wansleben. Diese Unsicherheit spiegele sich bereits in den deutschen Exporten in das Vereinigte Königreich wider: Diese seien in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres um rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen – ein deutlich stärkerer Einbruch als der Corona-bedingte Rückgang um elf Prozent in die sonstige EU.

Die Grünen-Europapolitikerin Franziska Brantner sagte, dass die EU nun zweigleisig fahren müsse: “Weiterverhandeln und alles dafür tun, um sich auf den harten Schnitt in den Wirtschaftsbeziehungen und dessen Auswirkungen vorzubereiten”. EU-Chefunterhändler Michel Barnier und sein Team müssten nun das Schlimmste verhindern und retten, was noch zu retten sei.

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