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Weltnachrichten

Barnier-Infektion verkompliziert EU-Gespräche mit Großbritannien

Michel Barnier, Brexit chief negotiator for Europe on future ties with Britain, speaks during a news conference after the first week of EU-UK negotiations, in Brussels, Belgium, March 5, 2020. REUTERS/Johanna Geron

London (Reuters) - Die Coronavirus-Infektion von EU-Chefunterhändler Michel Barnier verkompliziert die ohnehin schwierigen Verhandlungen der EU mit Großbritannien über die künftigen Beziehungen.

Die für diese Woche angesetzten Gespräche wurden wegen der Corona-Krise vertagt - und Barnier muss nun nach seinem positiven Test in Quarantäne, wie der französische Politiker am Donnerstag selbst mitteilte. Er hatte den britischen Unterhändler David Frost persönlich in der ersten Märzwoche getroffen.

Die Gespräche stehen ohnehin unter enormem Zeitdruck. Denn Großbritannien, das am 31. Januar aus der EU ausgetreten ist, hat nur bis Jahresende Zeit, einen Vertrag über die künftigen Beziehungen mit der EU auszuhandeln. Gelingt dies nicht, ist mit dem Königreich nur noch Handel auf der Basis der sehr allgemeinen WTO-Regeln möglich. Bisher gelten für das Land immer noch die Binnenmarktregeln und der freie Zugang zum EU-Markt.

Der britische Premierminister Boris Johnson hatte mehrfach abgelehnt, im Juni um einen zeitlichen Aufschub zu bitten. EU-Diplomaten sagen immer häufiger hinter vorgehaltener Hand aber, dass es kaum möglich sei, nun bis Jahresende noch eine Einigung über eine ganze Fülle rechtlich sehr schwieriger Fragen zu finden. “Die einzige angemessene Antwort auf diese schwerwiegenden Herausforderung für das Königreich und die EU wäre es, die negative Wirkung des Brexit dadurch aufzuschieben, dass man die Übergangsphase verlängert”, sagte Fabian Zuleeg von der Brüsseler Organisation European Policy Center.

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