June 8, 2018 / 12:01 PM / 5 months ago

Medien - Britischer Außenminister warnt vor Brexit-GAU

Britain's Foreign Secretary Boris Johnson leaves 10 Downing Street in London, June 7, 2018. REUTERS/Toby Melville

London (Reuters) - Der britische Außenminister Boris Johnson schließt einem Medienbericht zufolge ein totales Scheitern der Brexit-Verhandlungen nicht aus, warnt aber vor Panik.

“Man muss sich der Tatsache stellen, dass es einen Kollaps geben könnte, ok?”, sagte der Chefdiplomat nach Angaben der Nachrichten-Seite BuzzFeed. Es solle aber niemand während des “meltdowns” die Nerven verlieren. “Keine Panik. Pro bono publico (Zum Wohle der Gesellschaft). Keine verdammte Panik. Am Ende wird alles gut.”

Johnsons Äußerungen wurden dem Bericht nach heimlich bei einem Abendessen am Mittwoch aufgenommen. BuzzFeed veröffentlichte sie am Donnerstag. Johnson sagte demnach, er rechne damit, dass Premierministerin Theresa May in den Verhandlungen mit der EU über den Ausstieg des Königreichs aus der Staatengemeinschaft demnächst deutlich kämpferischer auftreten werde. Es sei aber nötig, besonnen zu bleiben, wenn die Gespräche in den kommenden Monaten schwieriger würden.

JOHNSON: TRUMP WÜRDE KNALLHART VORGEHEN

“Stellen Sie sich vor, Trump würde den Brexit machen”, sagte Johnson dem Bericht zufolge. “Er würde knallhart reingehen. (...) Es würde alle möglichen Zusammenbrüche geben, alle Arten von Chaos. Jeder würde denken, er sei verrückt geworden. Aber tatsächlich würde man vielleicht etwas erreichen. Das ist ein sehr, sehr guter Gedanke.”

Dem britischen Finanzministerium warf Johnson laut BuzzFeed vor, im Grunde für einen Verbleib in der EU zu stehen. Es wolle erreichen, dass Großbritannien mit der EU-Zollunion und zu einem großen Teil mit dem Binnenmarkt verbunden bleibe. Dadurch versuche es, das Königreich daran zu hindern, nach dem Brexit vollkommen frei in der Handelspolitik zu agieren. Das Ministerium untersteht Philip Hammond, der als einer der größten EU-Befürworter in Mays Kabinett gilt.

Eine Sprecherin Mays lehnte es am Freitag ab, sich zu dem Bericht zu äußern. Die Premierministerin habe aber “selbstverständlich” Vertrauen in ihren Außenminister. Hammond sagte, es sei besser, in der Verhandlungen auf Zusammenarbeit als auf Konfrontation zu setzen.

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