June 21, 2019 / 5:43 AM / 5 months ago

Tory-Mitglieder müssen zwischen Johnson und Hunt entscheiden

PM hopeful Boris Johnson walks near the Parliament grounds in London, Britain June 20, 2019. REUTERS/Henry Nicholls

London (Reuters) - Der entschiedene Brexit-Befürworter Boris Johnson geht mit starkem Rückenwind in die letzte und entscheidende Abstimmung über die Nachfolge von Premierministerin Theresa May.

In der finalen Abstimmung unter den Parlamentariern der Tories setzte sich der Ex-Außenminister am Donnerstag mit 160 Stimmen gegen den derzeitigen Außenminister Jeremy Hunt durch, der auf 77 Stimmen kam. Nun müssen die rund 160.000 Mitglieder der konservativen Partei bis Ende Juli per Briefwahl entscheiden, welcher der beiden Männer neuer Parteichef wird und damit May als Regierungschef nachfolgt.

Der 55 Jahre alte Johnson hat den Briten einen Austritt aus der Europäischen Union bis spätestens Oktober versprochen. Notfalls will er dafür auch einen Brexit ohne Vertrag in Kauf nehmen. Eine ungeregelte Trennung Großbritanniens von der EU gilt als ökonomisches Schreckensszenario, da dann jahrelang gewachsene Handelsbeziehungen abrupt gekappt werden. Experten befürchten, dies könne eine Rezession auslösen.

Johnson hat bereits früher erklärt, beim Brexit sei endlich ein Durchbruch nötig. Je länger sich der Prozess hinziehe, um so mehr Vertrauen würden die Menschen in ihre Führung verlieren. Die Konservativen stehen unter Druck, da sie bei der Europawahl eine deutliche Niederlage auch wegen des verzögerten Brexits hinnehmen mussten. Hunt hat sich vom Brexit-Gegner zum Brexit-Befürworter gewandelt.

Ursprünglich hatten sich zehn Tories um die Nachfolge von May beworben. Die Abgeordneten verringerten in mehreren Wahlen das Kandidatenfeld auf Johnson und Hunt.

May war mehrfach daran gescheitert, ein mit der EU verhandeltes Abkommen durch das britische Parlament zu bringen. Zuletzt gab sie auf, trat von der Parteispitze der Konservativen zurück kündigte auch den Abschied vom Amt als Regierungschefin an. Johnson hatte im Streit über den Brexit sein Amt als Außenminister aufgegeben.

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