August 27, 2018 / 12:55 PM / a month ago

Macron - Geschlossenheit der EU hat Vorrang bei Brexit

Paris (Reuters) - Die Geschlossenheit der Europäischen Union (EU) zu bewahren ist nach den Worten des französischen Präsidenten Emmanuel Macron wichtiger als der Aufbau einer engen Partnerschaft mit Großbritannien nach dem Brexit.

French President Emmanuel Macron delivers a speech during the annual French ambassadors' conference at the Elysee Palace in Paris, France, August 27, 2018. REUTERS/Philippe Wojazer/Pool

Frankreich wolle eine starke und besondere Beziehung zu Großbritannien, sagte Macron am Montag auf einer Konferenz der französischen Botschafter in Paris. Er wünsche sich, dass bis zum Jahresende der Vertrag zwischen der EU und Großbritannien über die künftigen Beziehungen stehe, sagte Macron, der die britische Premierminister Theresa May zu Brexit-Gesprächen während seines Urlaubs in Südfrankreich empfangen hatte. Die Vereinbarung dürfe aber nicht zulasten des Zusammenhalts der EU gehen.

Die Brexit-Verhandlungen zwischen der EU-Kommission und Großbritannien kommen vor allem wegen der Nordirland-Frage kaum vom Fleck. Ranghohe EU-Diplomaten rechnen daher damit, dass sie nicht wie geplant im Oktober abgeschlossen werden, sondern ein Sonder-Gipfel im November nötig werden könnte oder sie gar bis Dezember andauern.

Macron kritisierte vor den Botschaftern auch den “aggressiven” Isolationskurs der USA unter Präsident Donald Trump scharf. “Der Partner, mit dem Europa die neue Nachkriegsordnung aufbaute, scheint dieser gemeinsamen Geschichte den Rücken zuzukehren”, sagte Macron. In der “Krise des Multilateralismus” müsse Europa souveräner als Handels- und Wirtschaftsmacht auftreten, die ihre strategischen Interessen und finanzielle Unabhängigkeit mit Mitteln verteidige, die in der Lage seien, US-Sanktionen abzuwehren.

Die USA haben das internationale Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt und die Sanktionen gegen die Islamische Republik wieder in Kraft gesetzt. Europäischen Unternehmen, die dennoch weiter mit dem Iran Handel treiben oder dort engagiert sind, hat Trump mit Sanktionen gedroht. Auf europäischer Ebene wird derzeit geprüft, wie die Finanzkanäle für Iran-Geschäfte offengehalten werden können, um das Atom-Abkommen aufrechtzuerhalten.

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