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EUROPA-BÖRSEN-Trübe Stimmung nach enttäuschenden Bilanzen
28. Februar 2008 / 15:55 / vor 10 Jahren

EUROPA-BÖRSEN-Trübe Stimmung nach enttäuschenden Bilanzen

(neu: US-Arbeitsmarktdaten, Societe Generale)

Frankfurt, 28. Feb (Reuters) - Enttäuschende Geschäftszahlen großer Konzerne und schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt haben am Donnerstag an den europäischen Börsen für trübe Stimmung gesorgt. Bis zum späten Nachmittag verlor der Stoxx50.STOXX50 1,4 Prozent auf 3255 Punkte, der Euro-Stoxx50.STOXX50E gab 1,5 Prozent auf 3800 Punkte ab.

Zusätzlich belastete der Höhenflug des Euro die Aktienmärkte. Die Gemeinschaftswährung erreichte nach Veröffentlichung der wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten ein Rekordhoch von 1,5152 Dollar. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg wesentlich deutlicher als erwartet. “Das ist wieder ein kleiner Indikator, der für die US-Konjunktur in die falsche Richtung weist”, sagte ein Händler. “Europäische Aktien sind gefährdet durch eine Abschwächung des US-Wirtschaftswachstums, die sich auf Europa auswirkt, erschwerend kommt die Euro-Stärke hinzu, so dass sie währungsbereinigt nicht besonders attraktiv sind”, sagte Marktstratege Andrew Bell von Rensburg Sheppards Investment Management.

Der Aktienkurs von BayerBAYG.DE fiel um 4,5 Prozent. Der Konzern hatte mit seinem Quartalsbericht die Erwartungen an der Börse enttäuscht. Die Titel des Chemiekonzerns RhodiaRHA.PA, der mit seiner Bilanz ebenfalls enttäuschte, stürzten um fast 18 Prozent ab. Enttäuschung über Geschäftszahlen der Axa(AXAF.DE) drückte auch den Kurs von Europas zweitgrößtem Versicherer um 3,4 Prozent.

Im Finanzsektor ließen zudem die Aktien der Schweizer Großbank UBSUBSN.VX mit einem Minus von 4,7 Prozent kräftig Federn. Händlern zufolge belastete bei UBS die Sorge, dass die Finanzkrise für das Schweizer Institut noch nicht ausgestanden sein dürfte. “Was die UBS bisher abgeschrieben hat, ist, was sie auf ihren Büchern hat. Dazu kommen nun aber Klagen von Kunden, denen sie solche Hypothekenanleihen und andere besicherte Papiere ins Depot gelegt hat. Es ist damit zu rechnen, dass dies auch höhere außergerichtliche Zahlungen zur Folge haben könnte”, sagte ein Händler.

Dagegen griffen Anleger bei den Anteilsscheinen der französischen Großbank Societe Generale(SOGN.PA) zu. Börsianer führten dies auf Übernahmespekulationen zurück. Der Konkurrent BNP Paribas(BNPP.PA) hat Kreisen zufolge bei der Regierung in Paris die Möglichkeit eines Übernahmeangebots für den angeschlagenen Rivalen sondiert. Societe-Generale-Aktien gewannen zeitweise vier Prozent, BNP gaben 4,3 Prozent nach.

Mit einem Kursplus von neun Prozent feierte die Börse das Zwischenergebnis der InBevINTB.BR-Brauerei. Der Konzern, zu dem unter anderem Beck’s Bier und Stella Artois zählen, hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr den Gewinn gesteigert und damit die Prognosen von Experten übertroffen.

saf/mer

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