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EUROPA-BÖRSEN-Finanzwerte ziehen Börsen erneut nach unten
29. Februar 2008 / 12:57 / in 10 Jahren

EUROPA-BÖRSEN-Finanzwerte ziehen Börsen erneut nach unten

Frankfurt, 29. Feb (Reuters) - Der Schreck über Äußerungen von US-Notenbank-Chef Ben Bernanke zu Bankpleiten hat den Investoren an den europäischen Aktienmärkten auch am Freitag noch in den Knochen gesteckt. Erneut standen Finanzwerte wegen den noch unklaren Folgen der Kreditkrise unter Verkaufsdruck. Zudem litten die Versicherer unter einem Gewinneinbruch bei Weltmarktführer AIG(AIG.N). Der Stoxx50-Index.STOXX50 verlor bis zum Mittag 1,4 Prozent auf 3194 Punkte. Der Euro-Stoxx50.STOXX50E gab 1,5 Prozent auf 3729 Zähler nach. Bernanke hatte am Vortag erklärt, einige kleinere Banken könnten die Subprime-Krise nicht überleben. "Der Markt ist noch immer sehr nervös, und die Banken sind nach wie vor Hauptgesprächsstoff", sagte Analyst Keith Bowman vom Investmenthaus Hargreaves Lansdown. Zu den größten Verlierern im Stoxx50 gehörten die Aktien der britischen Barclays(BARC.L) mit einem Minus von 3,6 Prozent und die Schweizer UBSUBSN.VX mit einem Abschlag von vier Prozent. "In den Büchern der Banken oder eben gerade nicht in den Büchern stehen Positionen, die für Nervosität sorgen könnten", sagte ein Händler in der Schweiz.

Auch Versicherungswerte wurden zum Wochenschluss verkauft. Börsianer führten dies darauf zurück, dass in New York der weltgrößte Versicherungskonzern AIG wegen der Kreditmarktkrise den größten Verlust in seiner 89-jährigen Geschichte bekannt gegeben hatte. Die Aktien des europäischen Marktführers Allianz(ALVG.DE) verloren drei Prozent und die Papiere der französischen Axa(AXAF.PA) 2,5 Prozent. Gegen den Branchentrend kletterten die Anteilsscheine des Rückversicherers Swiss ReRUKN.VX um 3,2 Prozent. Börsianer wiesen darauf hin, dass der Reingewinn weniger stark als von Analysten erwartet gesunken sei. Zudem soll die Dividende ansteigen. “Das Ergebnis ist fast zu schön um wahr zu sein”, zeigte sich ein Händler skeptisch. Gefragt waren auch die Aktien des britischen Vermögensverwalters Schroders(SDR.L), die mit einem Plus von bis zu drei Prozent auf die Heraufstufung durch Morgan Stanley reagierte. Im Wochenverlauf hatten die Aktien Händlern zufolge bereits wegen Übernahmespekulationen zugelegt. Dagegen stürzten an der Themse die Anteilsscheine Geschäftsbank Close Brothers(CBRO.L) um zwölf Prozent ab, nachdem das Institut Verhandlungen über eine Übernahme abgebrochen hatte. Mitte Januar hatte das Institut erklärt, das Management stehe in Kontakt mit mehreren Parteien. Zuvor hatte das Geldhaus im November ein Übernahmeangebot der Beratungsfirma Cenkos Securities(CNKS.L) und der isländischen LandsbankiLAIS.IC über 1,4 Milliarden Pfund als zu niedrig zurückgewiesen.

AKTIEN VON PREMIERE-PARTNER KUDELSKI STÜRZEN AB

Nach einem Gewinneinbruch stürzten in Zürich die Aktien des TV-Verschlüsselungsanbieters KudelskiKUD.VX um rund 20 Prozent ab. Kudelski habe erneut enttäuscht, sagten Händler. Der Jahresgewinn halbierte sich im 2007 auf 67,4 Millionen Franken. Kudelski beliefert unter anderem den deutschen Bezahlfernsehsender PremierePREGn.DE. Das Verschlüsselungssystem war jüngst von Hackern geknackt worden.

saf/jpz

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