March 9, 2011 / 6:50 AM / 8 years ago

Ölpreisrückgang weckt Optimisten an der Wall Street

New York (Reuters) - Ein leichte Entspannung am Ölmarkt lockt an der Wall Street die Optimisten aus der Defensive.

Die Anleger ließen sich am Dienstag auch von einer optimistischen Prognose der Bank of America anstecken und trieben die Kurse an den US-Börsen nach oben. In den Hintergrund traten Befürchtungen, dass das aufgrund der Unruhen in der arabischen Welt deutlich teurer gewordene Öl die Konjunkturerholung abwürgen könnte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging in New York ein Prozent höher mit 12.214 Punkten aus dem Handel. Sollte der Index die Marke von 12.300 Stellen durchbrechen, könnte dies weitere Kursgewinne nach sich ziehen, sagte Bruce Zaro, technischer Marktstratege von Delta Global Asset Management. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,9 Prozent auf 1322 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,7 Prozent auf 2766 Punkte. Der Auftrieb an den US-Börsen half auch dem Markt in Frankfurt knapp ins Plus. Der Dax schloss mit einem minimalen Anstieg von knapp drei Zählern auf 7164 Punkte.

Für Aufatmen sorgte der Rückgang des zuletzt stark gestiegenen Ölpreises. Hintergrund war, dass die in der Opec zusammengeschlossenen Förderländer über eine Ausweitung der Produktion verhandeln. Viele Mitglieder des Kartells zeigten sich jedoch davon überzeugt, dass der von den Unruhen in Libyen ausgelöste Preisanstieg lediglich psychologisch bedingt sei und grundsätzlich bereits genügend Öl gefördert werde.

“Öl wird hier noch für eine Weile das Thema sein”, sagte Anlagestratege Hank Smith von Haverford Trust. Er sieht den Markt weiter reif für “zumindest einen Rückschlag, wenn nicht sogar für eine Korrektur”. Der S&P hat seit September etwa 25 Prozent zugelegt.

Der Preis für Öl der Nordseesorte Brent fiel um fast zwei Prozent auf 112,82 Dollar je Barrel. Dies half insbesondere den Kursen von Fluggesellschaften. United Continental Holdings zogen um 6,3 Prozent an, Delta Air Lines sogar um 9,7 Prozent.

FINANZWERTE IM PLUS

Die Aktien von Bank of America sprangen um 4,7 Prozent in die Höhe. Das Geldhaus hält langfristig einen Vorsteuergewinn von rund 40 Milliarden Dollar für möglich. Das hatten manche Investoren der Bank nicht zugetraut. Auch andere Finanzwerte lagen im Plus, der S&P-Branchenindex kletterte um 2,2 Prozent.

Spekulationen auf einen Zusammenschluss der amerikanischen Telekom-Tochter T-Mobile USA mit dem Konkurrenten Sprint Nextel trieben die Aktienkurse der beiden Konzerne in die Höhe. Sprint-Anteilsscheine legten 4,9 Prozent zu. Die Telekom-Titel schlossen in Frankfurt mit knapp vier Prozent im Plus. T-Mobile USA hat seit längerem Probleme und kämpft mit schwindenden Kundenzahlen.

Der Flugzeugbauer Boeing profitierte von Aufträgen im Volumen von zehn Milliarden Dollar in China. Der Airbus-Rivale sicherte sich Bestellungen von Air China und Hainan Airlines. Das Boeing-Papier verteuerte sich um 1,6 Prozent.

Zu den Kursverlierern zählten dagegen die Aktien der Internetvideothek Netflix, die fast sechs Prozent nachgaben. Zuvor hatte die Filmfirma Warner Bros angekündigt, manche ihrer Streifen über Facebook zugänglich zu machen.

An der New Yorker Börse wechselten rund knapp eine Milliarde Aktien den Besitzer. 2243 Werte legten zu, 717 gaben nach und 94 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,85 Milliarden Aktien 1898 im Plus, 745 im Minus und 88 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 07/32 auf 100-21/32. Sie rentierten mit 3,544 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 18/32 auf 101-15/32 nach bei einer Rendite von 4,658 Prozent.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below