14. September 2017 / 09:07 / vor 2 Monaten

Schweizer Anleger stehen weiter auf der Bremse

Zürich, 14. Sep (Reuters) - Die Schweizer Börse ist auch am Donnerstag nicht vom Fleck gekommen. Viele Anleger verharrten angesichts der Unsicherheiten rund um die Entwicklung der Weltkonjunktur und das weitere Vorgehen der Notenbanken an der Seitenlinie. Der SMI notierte mit 9065 Punkte leicht höher. Am Mittwoch hatte der Leitindex praktisch unverändert geschlossen.

Eine Serie überraschend schwacher Konjunkturdaten weckte Zweifel an der Stärke des Aufschwungs in China. Die Investitionen wuchsen von Januar bis August mit 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum so langsam wie seit Ende 1999 nicht mehr. Die Industrieproduktion legte im August mit 6,0 Prozent so langsam zu wie seit neun Monaten nicht mehr. Der Einzelhandel wies mit 10,1 Prozent die geringste Umsatzsteigerung seit einem halben Jahr aus.

Den weiteren Verlauf der Börsen dürften US-Konjunkturdaten mitbestimmen. Von den Teuerungszahlen am Nachmittag erhoffen sich Investoren Hinweise darauf, ob die amerikanische Notenbank in der kommenden Woche den Abbau ihrer billionenschweren Wertpapier-Bestände ankündigt und so den Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung signalisiert. Zudem gibt die Bank von England (BoE) ihre Zinsentscheidung bekannt. Es sei zweifelhaft, ob die britische Notenbank eine baldige Erhöhung signalisieren werde, erklärt ein Analyst.

Die Schweizer Notenbank spielt trotz der Abwertung des Frankens zur wichtigsten Exportwährung Euro auf Zeit und dreht nicht an den geldpolitischen Schrauben. Allerdings änderten die Währungshüter ihre Wortwahl und bezeichneten den Franken nun nicht mehr als “deutlich überbewertet” sondern als “hoch bewertet”. Nach Einschätzung von Experten wollen sie damit jedoch keine Abkehr von der lockeren Geldpolitik signalisieren, sondern vielmehr der Wechselkursentwicklung Rechnung tragen.

Bei den Schweizer Standardwerten hielten sich Gewinner und Verlierer in etwa die Waage. Swiss Life verloren 1,5 Prozent. Die US-Behörden knöpfen sich den Lebensversicherer wegen möglicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung vor. Das Justizministerium habe Swiss Life in Zusammenhang mit dem aus Liechtenstein und Singapur betriebenen Geschäft mit US-Kunden kontaktiert. Swiss Life droht eine Busse, die Analysten zufolge maximal einen mittleren zweistelligen Millionen-Betrag erreichen könnte. Auch die beiden anderen grossen Schweizer Versicherer, Swiss Re und Zurich, gaben Terrain preis.

Bei den Luxusgütertiteln hielten die Abgaben an. Swatch sanken um 1,1 Prozent und Richemont um 0,5 Prozent. Obwohl Richemont am Mittwoch in den ersten fünf Geschäftsmonaten zu einem Umsatzwachstum zurückgefunden hatte, trennten sich die Anleger von den Aktien.

Auf der Gewinnerseite waren Anteile zyklischer Firmen wie des Personalvermittlers Adecco und des Elektrotechnikkonzerns ABB zu finden. Pharma-Schwergewicht Roche rückte 0,5 Prozent vor. Bei den Nebenwerte gewann Newron 3,5 Prozent an Wert. Die Pharmafirma hat im ersten Halbjahr mit einem Gewinn von 1,5 Millionen Euro schwarze Zahlen geschafft. (Reporter: Oliver Hirt; redigiert von Paul Arnold)

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