15. September 2017 / 08:53 / in 11 Tagen

Schweizer Börse im Rückwärtsgang

Zürich, 15. Sep (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Freitag zu einem verhaltenen Wochenausklang angesetzt. Der Leitindex SMI gab am Vormittag 0,3 Prozent nach und notierte bei 9046 Punkten. Für Zurückhaltung sorgte ein weiterer Raketentest Nordkoreas: Das Geschoss flog über Japan und stürzte anschliessend ins Meer. Der UN-Sicherheitsrat wollte sich noch am Freitag mit dem Vorfall befassen. Das Gros der Anleger liess sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen, sagten Börsianer. “Es ist fast gespenstisch ruhig. An den Finanzmärkten ist keine Spur von Nervosität zu spüren”, erklärte der Chefökonom der auf institutionelle Investoren spezialisierten Bantleon Bank, Harald Preissler.

Es gebe jedoch mehrere Gründe, die gegen eine Fortsetzung dieser gespenstischen Ruhe sprächen, erklärte er. Dazu zählten unter anderem die absehbar schwächere Wirtschaftsentwicklung in China und der Euro-Zone. An den Finanzmärkten könne es daher “ungemütlich” werden.

Für richtungweisende Impulse könnten in den kommenden Wochen auch die grossen Notenbanken sorgen: Von der US-Notenbank Fed erhoffen sich Investoren Hinweise zum Abbau ihrer in der Finanzkrise aufgeblähten Bilanz. Und in Europa warten Anleger gespannt, wann die EZB erste konkrete Schritte zum Ausstieg aus ihrer lockeren Geldpolitik setzt.

Bei den Schweizer Aktien standen am Freitag Nestle im Mittelpunkt: Der Nahrungsmittelriese baut mit einem Zukauf in den USA sein Kaffee-Geschäft aus und übernimmt zu einem ungenannten Preis eine Mehrheitsbeteiligung an der Firma Blue Bottle Coffee. Die Aktie gab 0,3 Prozent nach.

Bei den Pharmaschwergewichten zeichnete sich kein einheitlicher Trend ab. Novartis gab 0,5 Prozent nach, während Roche 0,3 Prozent zulegte.

Die Finanzwerte notierten fast durchweg schwächer. Die Credit Suisse hat einen weiteren Streitfall um US-Hypothekenpapiere zu den Akten gelegt und sich mit der Massachusetts Mutual Life Insurance Company geeinigt. Im Zuge dessen verbucht die Bank im dritten Quartal Belastungen von 79,5 Millionen Dollar vor Steuern - zusätzlich zu den bereits bestehenden Rückstellungen für den Streit. Der Titel gab 0,6 Prozent nach. Die Konkurrentin UBS rutschte 0,5 Prozent ab. Einziger Gewinner unter den Finanzwerten im SMI waren die Aktien von Julius Bär mit einem Plus von 0,6 Prozent. Der Vermögensverwalter profitierte von einer Kaufempfehlung der HSBC, die die Aktie auf “Buy” von “Hold” hochstufte.

Zyklische Werte wie der Elektrokonzern ABB, der Personalvermittler Adecco oder der Sanitärtechnikkonzern Geberit gaben nach.

Für Schlagzeilen sorgten auch Firmen aus der zweiten Reihe: Die Aktien von Santhera brachen mehr als 50 Prozent ein. Die Pharmafirma hat bei der europäischen Marktzulassung des Mittels Raxone zur Behandlung von Muskelschwund (DMD) eine negative Beurteilung durch den Ausschuss für Humanarzneimittel CHMP erhalten und will dagegen nun Widerspruch einlegen.

Helvetia sackten knapp zwei Prozent auf 516,50 Franken ab. Raiffeisen hat sich von seiner vierprozentigen Beteiligung an der Versicherung getrennt und die Titel zu einem Preis von 513,40 Franken an institutionelle Investoren verkauft.

Die Titel von Aevis Victoria zogen knapp zwei Prozent an, nachdem der Hotel- und Spitalbetreiber eine höhere Dividende für das laufende Jahr in Aussicht gestellt hat. (Reporter: Angelika Gruber; redigiert von Oliver Hirt)

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