September 22, 2017 / 8:19 AM / 3 months ago

Nestle zieht Schweizer Börse ins Plus

Zürich, 22. Sep (Reuters) - Die Anleger an der Schweizer Börse haben sich zum Wochenausklang zurückgehalten. Viele Investoren seien durch das neuerliche Säbelrasseln in der Nordkorea-Krise verunsichert. Andere nähmen vor dem Wochenende Gewinne mit, sagten Börsianer. Der Leitindex SMI notierte am Vormittag mit 9143 Zählern um 0,1 Prozent über dem Vorabend. Am Donnerstag hatte der Leitindex 0,4 Prozent zugelegt.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte US-Präsident Donald Trump nach dessen Rede vor der UN-Vollversammlung als “geistesgestörten Greis” bezeichnet und mit einer massiven Vergeltung gedroht. Sein Aussenminister Ri Yong Ho hält den Test einer Wasserstoffbombe auf dem Pazifischen Ozean für möglich. Für Handelsimpulse könnten im Lauf des Tages auch noch zahlreiche Reden von Notenbankern sorgen.

Die Mehrheit der Schweizer Standardwerte notierte im Minus. Die Adecco-Aktie gab gut ein Prozent nach. Der weltgrösste Personalvermittler ist auch im dritten Quartal gewachsen und hat sich für 2020 neue Ziele für das Umsatz- und Ertragswachstum gesetzt. Im laufenden und kommenden Jahr würden Investitionen in die Digitalisierung das Margenwachstum jedoch bremsen, erklärte die Firma anlässlich eines Investorentags.

Auch andere zyklische Papiere wie jene des Elektrokonzerns ABB, der Sanitärtechnikfirma Geberit und des Zementkonzerns LafargeHolcim gaben nach. Darüber hinaus zählten Finanzwerte wie die Grossbanken UBS und Credit Suisse zu den Verlierern.

Auch Julius Bär gaben 0,2 Prozent nach. Der Vermögensverwalter hat UBS-Regulierungsexperte Oliver Bartholet abgeworben. Bartholet übernehme per April 2018 die Rolle des Risikochefs und werde Mitglied in der Geschäftsleitung. Er löst Bernhard Hodler ab, der innerhalb der Geschäftsleitung von Bär zum stellvertretenden Bankchef aufsteigt und die Umsetzung des Strategieprogramms verantwortet.

Die Nestle-Aktie legte 1,0 Prozent zu. Der Nahrungsmittelkonzern hat nach dem Tod von L´Oreal-Erbin Liliane Bettencourt künftig mehr Flexibilität bei seinem gut 23-Prozent-Anteil am französischen Kosmetikkonzern. Ein Vertrag mit der Gründerfamilie sieht vor, dass Nestle und die Gründerfamilie ihren Anteil an L´Oreal nicht zu Lebzeiten von Liliane Bettencourt sowie bis zu sechs Monate nach ihrem Tod erhöhen können. Ein Verkauf war schon bisher möglich.

Die L´Oreal-Aktie legte gut drei Prozent zu. “Der Hinschied der L’Oreal-Erbin dürfte Spekulationen auslösen, was Nestle mit seiner Beteiligung machen wird”, schrieben die Analysten der Zürcher Kantonalbank. Nach ihrer Einschätzung dürfte Nestle die Beteiligung jedoch nicht aufstocken, sondern in den kommenden Jahren weiter reduzieren.

Reporter: Angelika Gruber; redigiert von Oliver Hirt

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