March 8, 2018 / 9:41 AM / 7 months ago

Anleger an Schweizer Börse fassen wieder Mut

Zürich, 08. Mrz (Reuters) - Hoffnungen auf das Ausbleiben eines breitangelegten Handelskrieges haben die Anleger am Donnerstag wieder an die Schweizer Börse gelockt. Der Standardwerte-Index SMI gewann im Morgenhandel 0,3 Prozent auf 8815 Punkte. Am Vortag hatte der Leitindex 0,2 Prozent zugelegt.

Den Nachmittagshandel könnte die EZB-Zinsentscheidung mitbeeinflussen. Die meisten Volkswirte rechnen damit, dass die Notenbanker höchstens minimale geldpolitische Schritte wagen. Anleger warten gespannt, ob EZB-Chef Mario Draghi zur schwierigen Regierungsbildung in Italien und zum drohenden Handelskrieg in Folge der geplanten US-Schutzzölle Stellung nehmen wird.

US-Präsident Donald Trump erwägt bei den Zöllen auf Stahl und Aluminium indes neuerdings Ausnahmen für einige Länder. Möglich sei, dass aus Gründen der nationalen Sicherheit Kanada, Mexiko und weitere Staaten von den Abgaben verschont blieben, sagte eine Präsidialamtssprecherin. Solange Deutschland und China nicht überreagieren, geht die Privatbank Lombard Odier davon aus, dass es abgesehen von den Strafzöllen auf Aluminium und Stahl zukünftig bei der scharfen Rhetorik der Trump-Administration bleiben werde. Dennoch dürfte die Ungewissheit bezüglich der Ausrichtung der US-Handelspolitik anhalten, erklärte Anlagestratege Salman Ahmed. Entsprechend müssten sich die Anleger gegen erneute Kursverluste wappnen.

Von den 20 Schweizer Blue chips notierten 17 fester, zwei tiefer und einer unverändert. An die Spitze der Gewinner setzen sich die Aktien des Nahrungsmittelriesen Nestle mit einem Plus von einem Prozent. Auch die Versicherer waren gesucht. Swiss Re rückten um 0,7 Prozent auf 96,38 Franken vor. SocGen stufte die Aktien des Rückversicherers auf “Buy” von “Hold” hoch und nannte ein Kursziel von 106 Franken.

Auch die Titel der grossen Pharmafirmen rücken vor. Novartis gewannen 0,3 Prozent, Roche 0,2 Prozent. Der Leiter des Bereichs Pharma-Forschung, John Reed, verlässt Roche im April aus persönlichen Gründen. William Pao wurde zum Nachfolger befördert. Neurowissenschaftler Reed habe dazu beigetragen, dass die Pipeline der späten Produktkandidaten in der Neurologie nun zumindest von der Anzahl der vielversprechenden Projekte her mit der Onkologie gleichauf liege, erklärte Michael Nawrath von der ZKB. Pao als Onkologe dürfte diesen Trend umkehren und vor allem auf zielgerichtete Krebstherapien setzen, prognostizierte der Analyst.

Verlierer waren Bankaktien. UBS büssten 0,2 Prozent ein. Trotz guter Nachrichten wechselten auch Julius Bär zu etwas tieferen Kursen den Besitzer. Dank eines Gemeinschaftsunternehmens mit Siam Commercial Bank will sich der Vermögensverwalter den schnell wachsenden thailändischen Markt erschliessen. Bär halte vorerst 40 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen und habe die Option, den Anteil im Laufe der Zeit auf 49 Prozent aufzustocken.

Bei den Nebenwerten kletterten Schmolz+Bickenbach um fast zehn Prozent. Mit einem Gewinn von 45,7 Millionen Euro schaffte der Stahlproduzent die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Die Cicor-Aktien sackten dagegen um 3,4 Prozent ab, obwohl die Technologiefirma den Gewinn 2017 auf 6,7 Millionen Franken vervielfachen konnte und sich wieder in der Lage sieht, eine Dividende auszuschütten. (Reporter: Oliver Hirt; redigiert von Angelika Gruber. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern +49 69 7565 1236 oder +49 30 2888 5168.)

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