May 29, 2018 / 7:59 AM / 2 months ago

Politische Sorgen belasten Schweizer Börse

Zürich, 29. Mai (Reuters) - Auch am Dienstag haben die politischen Turbulenzen in Italien die Anleger an der Schweizer Börse im Griff gehabt. Der SMI sank um 0,7 Prozent auf 8717 Zähler. Am Vortag war der Leitindex um 0,2 Prozent gestiegen. Dazu kamen negative Vorgaben aus China und Japan, die den Anlageappetit der Marktteilnehmer noch zusätzlich dämpften. Zudem vermissten die Händler die Impulse aus den USA, weil dort die Börsen wegen Feiertagen am Montag geschlossen waren.

Händler sagten, der bevorstehende Wahlkampf in Italien, bei dem auch der Verbleib des Landes in der Euro-Zone ein heiss diskutiertes Thema sein dürfte, trübe die Stimmung.

Die Ankündigung neuer italienischer Wahlen könnte den Märkten zwar eine zusätzliche kurzfristige Verschnaufpause verschaffen, aber wegen der starken Unterstützung der beiden populistischen Parteien kaum zu einer wesentlichen Rally inländischer Vermögenswerte führen, kommentierte die Credit Suisse. Zudem würden die politischen Unruhen in Südeuropa noch dadurch verstärkt, dass sich Spaniens Premierminister Mariano Rajoy am Freitag einem Misstrauensvotum stellen müsse, das die Mitte-Rechts-Regierung in gefährden könnte.

Sämtliche Standardwerte gaben nach. Am besten schlugen sich die Genussscheine von Roche mit minus 0,2 Prozent. Der Pharmakonzern hat positive Studiendaten zum Krebsmedikament Tecentriq veröffentlicht. Dieses wirke zusammen mit Chemotherapie bei Patienten mit einer Form von Lungenkrebs verglichen mit nur Chemotherapie lebensverlängernd.

Die Anteile von Konkurrent Novartis fiel dagegen um ein Prozent.

Die Aktien von Nestle ermässigten sich um 0,3 Prozent. Der Nahrungsmittelhersteller hat die Reorganisation seiner globalen IT-Aktivitäten angekündigt. Dabei könnten bis zu 500 Stellen in der Schweiz gestrichen werden.

Die Aktien von Richemont und Swatch büssten trotz besser als erwarteter Exportzahlen Terrain ein. Richemont, deren Titel seit der jüngsten Bekanntgabe des Jahresergebnisses gelitten hatten, verloren 1,2 Prozent an Wert. Swatch fielen um 0,8 Prozent. Im April stiegen die Uhrenexporte um zwölf Prozent. Die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) hatten ein Plus von 6,9 Prozent geschätzt.

Kräftige Einbussen verzeichneten Finanzwerte. Bei den Grossbanken sackten Credit Suisse um 2,5 Prozent ab und UBS fielen um 1,7 Prozent. Die Versicherer verzeichneten Abschläge von einem Prozent und mehr. Die entsprechenden europäischen Branchenindizes gaben um 1,8 und 1,4 Prozent nach. Die Verluste der Aktien zyklischer Firmen verloren bis zu 1,5 Prozent.

Gegen den Trend legten am breiten Markt die Aktien von Burckhardt Compression um knapp ein Prozent zu. Der Kompressorenhersteller hat 2017/18 einen Gewinnrückgang um 10,6 Prozent auf 29 Millionen Franken verbucht und erwartet im laufenden Jahr bei einem Umsatz auf Vorjahresniveau eine leichte Erhöhung des Betriebs- und Nettogewinns. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Oliver Hirt)

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