May 30, 2018 / 8:11 AM / in 5 months

Schweizer Börse tritt auf der Stelle - Italien bremst Anleger

Zürich, 30. Mai (Reuters) - Die politische Krise in Italien hat auch am Mittwoch das Geschehen an der Schweizer Börse geprägt. Die Kurse setzten zwar zu einer Stabilisierung an. “So richtig zugreifen wollen die Anleger aber nicht. Die Verunsicherung wegen Italien scheint zu gross, den die Neuwahlen könnten gut als Abstimmung für oder gegen den Verbleib des Landes in Europa interpretiert werden”, sagte ein Händler.

Der SMI notierte mit 8648 Punkten um 0,1 Prozent höher. Am Dienstag war der Leitindex um 1,6 Prozent gefallen und hatte damit einen der stärksten Tagesverluste seit mehr als zwei Monaten verbucht.

In Italien dürfte es frühestens im Oktober zu Neuwahlen kommen. “Das dürfte auch die Sorgen um den Zusammenhalt der Eurozone am Kochen halten. Das Risiko einer weiteren Eskalation, bis hin zur Existenzfrage des Euro, war nie so gross wie heute”, kommentierte Martin Lück, Kapitalmarktstratege bei Blackrock.

In Rom scheitert möglicherweise auch die Bildung einer Übergangsregierung. Anleger fürchten, dass die Anti-Establishment-Parteien Lega und 5 Sterne bei raschen Neuwahlen weiter Boden gut machen und die Euro-Krise damit neu aufflammen könnte.

Dazu könnte auch der Handelsstreit der USA mit China wieder aufflammen und die Märkte belasten. Chinesische Medien kritisierten scharf die Drohung der USA, sich weiterhin die Verhängung von Importzöllen im Umfang von 50 Milliarden Dollar vorzubehalten, sollte die Volksrepublik sich nicht mit dem Diebstahl geistigen Eigentums auseinandersetzen.

“Die Märkte sind etwas angeschlagen und werden derzeit stark von Nachrichten getrieben”, sagte ein Händler. Dies zeigt sich auch im Volatilitätsindex. Das Börsenangstbarometer hat in den vergangenen Tagen zugelegt und steht auf dem höchsten Stand seit Mitte April.

Die meisten Bluechips legten zu. die Kursgewinne fielen aber mit weniger als einem Prozent moderat aus. An der Spitze standen die Papiere von Swatch mit plus 0,8 Prozent.

Dahinter folgten die Novartis-Aktien mit plus 0,5 Prozent. Die US-Arzneimittelbehörde FDA beschleunigt das Zulassungsverfahren für das Medikament Promacta. In Kombination mit einem Standard-Immunsuppressivum soll die Arznei zur Behandlung von aplastischer Anämie, einer Form von Blutarmut, eingesetzt werden. Das Mittel, das ausserhalb der USA unter dem Namen Revolade vermarktet wird, ist bereits zur Behandlung von Anämie zugelassen. Die Genussscheine von Rivale Roche legten 0,4 Prozent zu.

Schwächer tendierten wiederum Finanzwerte: Der Vermögensverwalter Julius Bär sank um ein Prozent. Die Grossbank Credit Suisse sank um 0,8 Prozent und UBS schwächten sich um 0,2 Prozent ab.

Bei Aktien zyklischer Firmen setzte sich kein klarer Trend durch: ABB, Adecco und Sika gaben nach, LafargeHolcim, Richemont und Geberit legten zu.

Am breiten Markt stachen die Anteile von Meyer Burger mit einem Kurssprung von zehn Prozent ins Auge. Händler sagten, dass der Solarzulieferer die Forschungsabteilung von Panasonic Solar mit seiner SmartWire Connection-Technologie beliefere, habe Spekulationen ausgelöst, die Japaner könnten bei der Schweizer Firma einsteigen.

Die Aktien von ASmallworld büssten bei geringem Umsatz 5,2 Prozent auf 11,90 Franken ein. Das Soziale Netzwerk will bis zu knapp 814.000 neue Aktien zum Preis von 11,50 Franken ausgeben. Der Erlös aus der Kapitalerhöhung um maximal zehn Prozent soll in Investitionen und Zukäufe fliessen. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Angelika Gruber)

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