August 2, 2018 / 7:51 AM / 4 months ago

Handelsstreit belastet Schweizer Börse - GAM erneut unter Druck

Zürich, 02. Aug (Reuters) - Negative Vorgaben aus den USA und aus Asien haben am Donnerstag die Schweizer Börse im frühen Geschäft belastet. Der SMI sank um 0,3 Prozent auf 9143 Punkte. Am Mittwoch war der Markt wegen des Nationalfeiertags geschlossen. Am Dienstag hatte der Leitindex nach einem leichten Anstieg auf den höchsten Stand seit rund sechs Monaten geschlossen.

Die neue Runde im Handelsstreit zwischen den USA und China schickte die Börse in Schanghai auf Talfahrt. Die US-Regierung hat einen Strafzoll von 25 Prozent auf chinesische Einfuhrgüter im Wert von 200 Milliarden Dollar ins Spiel gebracht - das ist mehr als doppelt so viel wie bislang angekündigt.

Trotz dieser verschärften Rhetorik versucht die Credit Suisse die Anleger zu beruhigen. “Auch wenn dieses ‘wie du mir so ich dir’ nicht in absehbarer Zeit zu Ende gehen wird, ist in unserem Basisszenario kein ausgewachsener Handelskrieg vorgesehen”, kommentierten die Analysten der Bank.

Kaum Einfluss habe die Entscheidung der US-Notenbank (Fed), die Zinsen unverändert zu belassen. Die Währungshüter signalisierten den Finanzmärkten aber eine Erhöhung im September. Die Credit Suisse rechnet mit zwei weiteren Zinserhöhungen in diesem Jahr.

Im Fokus standen erneut die GAM Holding, deren Aktien um weitere zehn Prozent einbrachen nach der Kurs am Dienstag bereits elf Prozent angestürzt war. Mehrere Fonds des Vermögensverwalters mit einem Gesamtvolumen von 7,3 Milliarden Franken drohen in Schieflage zu geraten. Nach der Suspendierung des Fondsmanagers Tim Haywood hätten viele Fondsinhaber ihre Anteile zurückgeben wollen, erklärte das Institut am Donnerstag. Daraufhin habe GAM alle Zeichnungen und Rücknahmen ausgesetzt. Nun würden sämtliche Möglichkeiten geprüft, inklusive einer Liquidierung der Anlagevehikel. Betroffen seien Fonds, die uneingeschränkt in Anleihen investiert haben.

“Mit dieser Mitteilung kommt GAM vom Regen in die Traufe”, erklärte Michael Kunz von der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Die Meldung dürfte auch Anleger aufschrecken, die noch kein Rücknahmegesuch gestellt hätten.

Ebenfalls unter Abgabedruck standen VAT-Aktien mit einem Kursminus von 6,6 Prozent. Der Hersteller von Vakuumventilen erzielte im ersten Halbjahr zwar mehr Umsatz und Gewinn, senkte allerdings die Prognose für das Umsatzwachstum auf einen mittleren einstelligen Prozentbetrag von bisher 15 bis 20 Prozent Plus. Die Ebitda-Marge soll auf dem Halbjahresniveau gehalten werden und der Nettogewinn deutlich zunehmen.

Bei den mehrheitlich schwächer tendierenden Bluechips führten die Aktien von Adecco die Verliererliste mit 2,8 Prozent Kursabschlag an. Europaweit büssten die Aktien von Personalvermittlern Terrain ein.

Mit den Anteilen des Uhrenkonzerns Swatch, des Zementherstellers LafargeHolcim und des Elektrotechnikkonzerns ABB verloren weitere zyklische Werte mehr als ein Prozent an Wert.

Mit Einbussen von weniger als einem halben Prozent entwickelten sich die als wenig konjunktursensitiv geltenden Pharmaschwergewichte Novartis und Roche im Rahmen des Marktes. Die Anteile des Telekomkonzerns Swisscom, des Nahrungsmittelkonzerns Nestle, des Aromen- und Duftproduzenten Givaudan sowie des Pharmazulieferers Lonza legten zu.

Am breiten Markt stiegen die Anteile von Kardex um ein Prozent. Die Lagerlogistikfirma steigerte im ersten Halbjahr 2018 Umsatz und Gewinn. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Paul Arnold)

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