August 10, 2018 / 8:03 AM / 8 days ago

Schweizer Anleger treten zum Wochenschluss den Rückzug an

Zürich, 10. Aug (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Freitag schwächer tendiert. Die Anleger seien weiterhin verunsichert wegen des Handelsstreits der USA mit China und wegen der Spannungen der USA mit Iran und Russland und zögen sich zurück. Die USA haben jüngst Sanktionen gegen die beiden Ländern verhängt. Der SMI fiel um 0,4 Prozent auf 9111 Punkte. Am Donnerstag war der Leitindex um 0,3 Prozent gesunken.

Auch der schwächelnde Euro treibe den Anlegern Sorgenfalten auf die Stirn, sagte ein Händler. Ein stärkerer Franken verschlechtert die Position der inländischen Firmen auf dem Weltmarkt.

Die Impulse sind insgesamt dünn gesät. “Die SMI-Konzerne haben zu einem Grossteil ihre Ergebnisse vorgelegt”, sagte ein Händler. Die Ergebnisse der Firmen aus der zweiten Reihe bewegten das Geschehen nur wenig. “Da dürften schon eher die am Nachmittag erwarteten US-Inflationsdaten die Märkte vor dem Wochenende noch beeinflussen.” Von den Daten erhoffen sich die Marktteilnehmer Hinweise auf die weitere Geldpolitik der Notenbank Fed.

18 der 20 Standardwerte gaben nach. Die stärksten Einbussen verzeichneten die Aktien der Banken: Credit Suisse, UBS und Julius Bär fielen um je 1,2 Prozent und befanden sich damit in bester Gesellschaft mit den europäischen Bankaktien. Händler sagten, der starke Zerfall der türkischen Lira belaste den Sektor. Auch Versicherer büssten an Wert ein.

Unter Druck standen auch Aktien zyklischer Firmen wie von Adecco mit minus 1,2 Prozent. Der Personalvermittler hatte gemäss dem am Vortag veröffentlichten Quartalsbericht etwas an Schwung verloren. Kepler Cheuvreux, Vontobel und Goldman Sachs senkten das Kursziel für den Titel.

Die Anteile der Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont, des Elektrotechnikkonzerns ABB und der Inspektionsfirma SGS büssten ebenfalls Terrain ein.

Besser schlugen sich die als defensiv eingestuften Pharmawerte Novartis und Roche und der Lebensmittelriese Nestle, deren Anteile nur leicht nachgaben. Der Pharmazulieferer Lonza legte gar 0,6 Prozent zu.

Am breiten Markt stachen die Aktien von Aryzta mit einem Minus von 2,3 Prozent auf. Bei 9,912 Franken markierte der Titel ein Rekordtief. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) schrieb in einem Kommentar, es bestehe für die Aktionäre die Gefahr eines Totalverlustes. Aber mit einer Kapitalerhöhung um 500 Millionen Euro, dem Verkauf der Beteiligung an Picard und mit Kostensenkungen könnte die Firma Stabilität zurückgewinnen. Die Bank stuft den Titel unverändert mit “Marktgewichten” ein.

Die Aktien von Dätwyler sausten um fünf Prozent in die Tiefe. Die Industriegruppe hat 2018 den Nettoumsatz um 7,7 Prozent auf 694,1 Millionen Franken und den Gewinn um 17 Prozent auf 62,5 Millionen Franken gesteigert. Für das Gesamtjahr erwartet die Gruppe einen Nettoumsatz zwischen 1,35 und 1,4 Milliarden Franken und weiterhin eine EBIT-Marge im Zielband von zwölf bis 15 Prozent. Dätwyler enttäusche mit der Margenentwicklung, sagte ein Händler.

Die Aktie von Rieter sackte um 2,7 Prozent ab auf 153,90 Franken. UBS senkte das Kursziel auf 170 von 210 Franken. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Angelika Gruber)

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