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Schweizer Börse setzt vor US-Jobdaten Talfahrt fort
2. Dezember 2016 / 09:22 / in einem Jahr

Schweizer Börse setzt vor US-Jobdaten Talfahrt fort

Zürich, 02. Dez (Reuters) - Die Schweizer Börse hat ihre Abwärtsbewegung zum Wochenschluss fortgesetzt. Angesichts negativer Vorgaben aus dem Ausland, dem stark beachteten US-Arbeitsmarktbericht am Freitagnachmittag und dem Verfassungsreferendum in Italien am Wochenende hielten sich die Anleger zurück, sagten Händler. Der SMI sank um 1,0 Prozent auf 7703 Punkte. Am Donnerstag war der Leitindex bereits um 1,2 Prozent gefallen.

Experten rechnen in den USA mit 175.000 neuen Stellen ausserhalb der Landwirtschaft. Von der monatlichen Jobstatistik der US-Regierung erhoffen sich Investoren Hinweise darauf, wie rasch die Notenbank die Zinsen anhebt. Derzeit erwarten sie einen Fed-Schritt Mitte Dezember und zwei weitere Anhebungen im kommenden Jahr.

Im Zentrum des Interesses stand Meyer Burger. Die Aktien des Solar-Ausrüsters stiegen um 1,2 Prozent, bevor sie mit dem Start einer ausserordentlichen Generalversammlung vom Handel suspendiert wurden. Meyer Burger gab die Bedingungen für die geplante Kapitalerhöhung bekannt: Bis zu 456,9 Millionen neue Aktien sollen zu 0,36 Franken ausgeben werden. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt, dass ein Bruttoerlös von mindestens 160 Millionen Franken erzielt wird. Die Firmer sicherte sich zudem einen Hypothekarkredit über 30 Millionen Franken und eine Garantiefazilität über 60 Millionen Franken für jeweils drei Jahre. “Es gibt zwar eine starke Verwässerung, aber wenn die Aktionäre der Kapitalerhöhung zustimmen, dürfte die Firma damit über den Berg sein”, sagte ein Händler. Entscheidend ist Einschätzung von Bank-Vontobel-Analyst Michael Foeth, dass die Aktionäre der Transaktion zustimmen.

Erneut belasteten vor allem die Pharma-Schwergewichte Novartis und Roche mit Kurseinbussen von 1,3 und 1,7 Prozent den Markt. Auch an der Wall Street hatte der Pharmasektor unter Druck gestanden.

Die Actelion-Aktien büssten 1,8 Prozent ein. Die Titel sind seit einer Woche Spielball von Übernahmespekulationen. Insidern zufolge interessiert sich der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson für Europas grösste Biotechnologiefirma. “Nur Genaues weiss man nicht”, sagte ein Händler. Beide Unternehmen haben Gespräche über eine nicht näher spezifizierte Transaktion eingeräumt.

Zu Abgaben kam es auch bei Nahrungsmittelwerten. Index-Schwergewicht Nestle sank um 0,2 Prozent. Barry Callebaut büssten nach einer Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs 2,3 Prozent ein. Auch die Scheine des Edelschokolad-Herstellers Lindt & Sprüngli gaben nach.

Die Finanzwerte schlossen sich dem Kursrückgang an. Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS waren um je 1,7 Prozent tiefer.

Bei den Versicherungen hielten sich die Aktien von Swiss Re mit 0,2 Prozent Minus vergleichsweise gut. Der Rückversicherer bekräftigte seine Zielvorgaben im Rahmen einer Investorenveranstaltung. Im Schnitt soll die Eigenkapitalverzinsung mindestens 700 Basispunkte über der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegen. Die Nummer zwei der Rückversicherungsbranche versicherte ihren Aktionären, dass die Dividenden langfristig mit dem Gewinn steigen oder zumindest stabil gehalten werden soll. Zudem soll Kapital, dass nicht fürs Geschäft benötigt wird, an die Eigentümer zurückgezahlt werden.

Aktien von zyklischen Firmen wie ABB, Adecco, LafargeHolcim, Clariant und Oerlikon büssten an Wert ein. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Paul Arnold)

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