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Schwergewicht Nestle zieht Schweizer Börse ins Minus
February 16, 2017 / 9:11 AM / 10 months ago

Schwergewicht Nestle zieht Schweizer Börse ins Minus

Zürich, 16. Feb (Reuters) - Die Schweizer Börse hat sich am Donnerstag leicht abgeschwächt. Kursverluste des Schwergewichts Nestle lasteten auf dem Markt. “Wenn ein Schwergewicht wie Nestle unter Druck gerät, zieht das den ganzen Markt nach unten”, sagte ein Händler.

Der SMI notierte mit 8478 Punkten um 0,1 Prozent tiefer. Am Mittwoch war der Leitindex um 0,7 Prozent gestiegen.

Die weitere Entwicklung könnte am Nachmittag von den US-Wirtschaftszahlen beeinflusst werden. Auf dem Programm stehen die wöchentlichen Daten zum Arbeitsmarkt und der Konjunkturbericht der Fed aus Philadelphia.

Die Aktien des Nahrungsmittelriesen Nestle sackten zunächst um zwei Prozent ab, holten dann aber einen Teil des Verlusts auf und notierten zuletzt noch 1,3 Prozent im Minus. Das organische Umsatzwachstum, auf das die Analysten ein besonders Augenmerk richten, fiel mit 3,2 Prozent deutlich unter den Erwartungen und auch unter dem Vorjahreswert von 4,2 Prozent aus. Der Gewinn ging unter anderem wegen eines Steuereffekts auf 8,5 Milliarden Franken zurück. Nestle verfehlte die Analystenerwartungen. “Das organische Wachstum ist eine Enttäuschung”, sagte ein Händler.

Das Ergebnis sei für Nestle schwach, lasse sich aber im Konkurrenzvergleich weiterhin sehen, sagte ZKB-Analyst Patrik Schwendimann.

Die Anteile der beiden Pharmariesen Novartis und Roche legten ein halbes Prozent zu. Actelion traten auf der Stelle. Johnson&Johnson hat das Übernahmeangebot nun eingereicht und bietet wie angekündigt 280 Dollar je Aktie der Biotechfirma.

Die Aktien von Clariant verloren 1,6 Prozent. Der Chemiekonzern hat 2016 dank einer guten Nachfrage aus Schwellenländern mehr verdient und den Reingewinn um 16 Prozent auf 263 Millionen Franken erhöht. Clariant rechnet im laufenden Jahr mit einem Umsatzwachstum in Lokalwährungen und einer Verbesserung der operativen Marge. Die Margenverbesserung sei positiv, aber der Reingewinn liege unter dem Konsens, hiess es.

Bei den Aktien der meisten anderen zyklischen Firmen kristallisierte sich bei meist geringen Kursänderungen kein klarer Trend heraus.

Straumann sackten um 3,8 Prozent ab. Der Hersteller von Dentalimplantaten hat den Gewinn 2016 dank eines einmaligen Steuergewinns auf 229,6 (Vorjahr 71,5) Millionen Franken verdreifacht und ist zuversichtlich, mit einem organischen Wachstum im hohen einstelligen Bereich 2017 schneller als der Markt zu wachsen. Die Betriebsgewinnmarge soll verbessert werden. Der Ausblick sei zurückhaltend, schrieb die Bank Vontobel. Die Aktie sei mit einem Kursplus von 30 Prozent im vergangenen Jahr auch sehr gut gelaufen, sagte ein Händler.

Die Finanzwerte zeigten sich nach den jüngsten Gewinnen meist leichter. UBS, Credit Suisse und Julius Bär ermässigten sich um 0,3 Prozent. Auch die Versicherungsaktien schwächten sich ein wenig ab.

Am breiten Markt stachen Kudelski mit Minus von 6,8 Prozent heraus. Der TV-Verschlüsselungsspezialist hat 2016 den Gewinn um 51,7 Prozent auf 74,8 Millionen Franken gesteigert. 2017 erwartet die Firma zwar mehr Umsatz, aber mit 60 bis 80 Millionen Franken weniger Betriebsgewinn. 2016 betrug der Ebit 97,8 Millionen Franken.

Die Aktien von Temenos stiegen um 3,3 Prozent und holten damit einen Teil der Vortagesverluste auf. Der Produzent von Banksoftware hatte am Vortag ein wie erwartet gutes Ergebnis veröffentlicht. Darauf nahmen die Anleger laut Händlern Gewinne mit. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Oliver Hirt)

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