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Verunsicherte Anleger ziehen sich von Schweizer Börse zurück
18. August 2017 / 07:46 / vor 3 Monaten

Verunsicherte Anleger ziehen sich von Schweizer Börse zurück

Zürich, 18. Aug (Reuters) - Die Talfahrt an der Schweizer Börse hat zum Wochenschluss angehalten. Zweifel an der Umsetzung der Konjunkturprogramme von US-Präsident Donald Trump und der verheerende Anschlag in Barcelona lasteten auf der Stimmung und den Kursen. Daher zogen sich die Marktteilnehmer zurück. “Vor dem Wochenende weiss man ja nicht, was noch alles passiert”, sagte ein Händler. Der SMI büsste 0,9 Prozent auf 8864 Zähler ein. Am Donnerstag hatte der Leitindex ein Prozent eingebüsst. Die Kurse beeinflussen dürfte im Verlauf auch der kleine Verfallstermin an der Derivatbörse Eurex. Die Nervosität der Anleger nahm gemessen am Angstbarometer der Börse zu. Der Volatilitätsindex kletterte um elf Prozent nach oben.

Händler sagten, die Marktteilnehmer hätten zunehmend Zweifel an der Umsetzung der US-Konjunkturprogramme. Kritisch gesehen werde vor allem, dass sich im Rassismus-Streit Abgeordnete der Republikaner von Trump distanzierten. Das lasse die Erfolgsaussichten seiner Politik weiter schwinden.

Die stärksten Einbussen verbuchten Aktien zyklischer Firmen und von Banken. Die Anteile der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch verloren 1,4 und 1,2 Prozent. “Der Anschlag in Barcelona wird dem Tourismus kaum förderlich sein”, sagte ein Händler. Wenn weniger Menschen reisten, würden auch weniger Luxusgüter gekauft. Ein erheblicher Teil der teuren Uhren, Ledertaschen und edlen Garderobe werde ja von Touristen erstanden.

Die Aktien der Banken Credit Suisse und UBS sackten um jeweils 1,3 Prozent ab. Julius Bär verloren 1,2 Prozent ihres Werts. Die Flucht der Anleger in sichere Anleihen und der Rückzug von der Aktienbörse dürfte der Ertragslage der Banken bestenfalls kurzfristig zuträglich sein, sagte ein Händler. Auch den Versicherungen machten die tieferen Renditen zu schaffen, hiess es am Markt.

Gewinnmitnahmen belasteten auch stark gestiegene Werte wie die des Bauchemie- und Klebstoffherstellers Sika und des Pharmazulieferers Lonza, hiess es. Sie verloren rund ein Prozent.

Die Titel der als krisenresistent geltenden Pharmariesen Novartis uns Roche sowie des Lebensmittelkonzerns Nestle sackten im Ausmass des Gesamtmarktes knapp ein Prozent ab.

Am breiten Markt setzten die Aktien von Kudelski die Talfahrt fort und sanken um 3,7 Prozent. Der Verschlüsselungs-Spezialist hatte am Vortag für das erste Halbjahr einen Verlust ausgewiesen.

Der Titel des Verbundstoffherstellers Schweiter verlor 3,5 Prozent an Wert. Das Semesterergebnis liege leicht unter den Erwartungen, hiess es am Markt.

Gewinnmitnahmen drückten die Aktien von Straumann 3,1 Prozent. Der Titel des Herstellers von Dentalimplantaten hatte am Vortag nach der Vorlage eines unerwartet guten Halbjahresberichts über zehn Prozent zugelegt.

Auch dem Nahrungsmittelproduzenten Hügli machte ein leicht tiefer als erwartetes Ergebnis zu schaffen. Die Aktie büsste 1,8 Prozent ein. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Angelika Gruber)

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