28. August 2017 / 08:26 / vor einem Monat

Novartis-Schwäche belastet Schweizer Börse

Zürich, 28. Aug (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Montag an den Abwärtstrend vom Freitag angeknüpft und schwächer tendiert. Einerseits lasteten Kursverluste des Index-Schwergewichts Novartis auf dem Markt. Anderseits lieferten US-Notenbankchefin Janet Yellen und EZB-Präsident Mario Draghi auf dem Zentralbanken-Symposium in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming den Märkten keine neuen Impulse. Die Fed-Chefin hatte nicht die erhofften Signale zur Geldpolitik geliefert. Draghi hielt sich mit Äusserungen zu den umstrittenen Anleihekäufen der EZB bedeckt. “Jackson Hole endete ereignislos”, kommentierten die Experten der Credit Suisse.

Der SMI sank um 0,2 Prozent auf 8885 Zähler. Am Freitag hatte der Leitindex 0,4 Prozent nachgegeben.

Weil die Londoner Börse feiertagsbedingt geschlossen bleibt, fehlen einflussreiche Marktteilnehmer. Und wichtige Konjunkturzahlen stehen mit dem US-Arbeitsmarktbericht erst in der zweiten Wochenhälfte auf dem Programm. “Und bis dahin könnte der Dollar wohl weiter schwächeln, was sich negativ auf die Märkte auswirken dürfte”, sagte ein Händler.

Im Fokus stand Novartis. Mit einem Anschlag von 0,9 Prozent setzte sich das Index-Schwergewicht an die Spitze der Verlierer unter den Standardwerten und trug massgeblich zum SMI-Minus bei. Neue klinische Studienresultate wecken Zweifel am Potenzial eines neuen Herzmedikaments des Arzneimittelherstellers. Zwar reduzierte das Präparat Ilaris in einer spätklinischen Studie der Phase III das Risiko von Herzinfarkt- und Arteriosklerose-Patienten, eine Herzattacke, einen Schlaganfall oder tödliche Herzkreislauf-Probleme zu bekommen. Gleichzeitig bestand für die Behandelten aber ein erhöhtes Risiko, an einer Infektion zu sterben, wie die von Novartis am Sonntag beim europäischen Kardiologen-Kongress in Barcelona veröffentlichte Studienresultate zeigten. Experten monierten zudem den hohen Preis des Medikaments.

Die Anteile von Rivale Roche ermässigten sich um 0,4 Prozent. Die US-Arzneimittelbehörde FDA prüfte das Roche-Medikament Gazyva in einem beschleunigten Verfahren zum Einsatz gegen bislang unbehandeltes follikuläres Lymphom. Der Index der europäischen Gesundheitswerte gab 0,6 Prozent nach.

Meist schwächer tendierten auch die Versicherungswerte. Die Aktien von Swiss Re sanken um 0,3 Prozent und die von Zurich fielen um 0,7 Prozent. In Texas sind durch den stärksten Sturm “Harvey” seit mehr als 50 Jahren mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Experten zufolge könnten die Hochwasserschäden in etwa so hoch ausfallen wie die bei “Katrina” 2005. Damals gab es versicherte Hochwasserschäden in Louisiana und Mississippi von 15 Milliarden Dollar. Die Energieproduktion im Herzen der US-Öl- und Gasindustrie wurde unterbrochen, mehrere Raffinerien stillgelegt.

Auch Anteile von Banken standen auf den Verkaufszetteln. Credit Suisse und UBS ermässigten sich um jeweils 0,3 Prozent.

Tiefere Kurse verzeichneten zudem zyklische Werte. ABB, Geberit und Adecco schwächten sich um rund ein halbes Prozent ab.

Am breiten Markt stachen die Aktien von Alpiq mit einem Minus von 2,4 Prozent heraus. Der Strompoduzent rutschte im ersten Halbjahr mit einem Verlust von fünf Millionen Franken in die roten Zahlen und gibt zudem die Suche nach Investoren für sein Wasserkraftanlagen auf.

Die Aryzta-Aktien stiegen um ein Prozent. Bei dem Backwarenhersteller übernimmt Kevin Toland am 12. September die Arbeit als CEO auf. Der frühere Barry-Callebaut-Chef Jürgen Steinemann soll bei der Generalversammlung am 7. Dezember in den Verwaltungsrat gewählt werden. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Paul Arnold)

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