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Schweizer Börse fällt wegen Nordkorea-Krise - Versicherer schwach
29. August 2017 / 07:55 / in einem Monat

Schweizer Börse fällt wegen Nordkorea-Krise - Versicherer schwach

Zürich, 29. Aug (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Dienstag auf breiter Front nachgegeben. Die Angst vor einer Eskalation der Nordkorea-Krise dränge die Anleger aus dem Markt, sagten Händler. “Es bleibt zu hoffen, dass auch diese politische Börse nur kurze Beine hat”, sagte ein Börsianer und riet dazu, die tieferen Kurse bei Qualitätswerten für Käufe zu nutzen.

Der SMI büsste 0,8 Prozent auf 8796 Zähler ein. Am Montag war der Leitindex um 0,5 Prozent gefallen.

Nordkorea feuerte am Dienstagmorgen eine Rakete ab, die über Japan hinweg flog und in den Pazifik stürzte. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sprach von einer ernsthaften Bedrohung. Die Aktienbörsen in Fernost schwächten sich ab, sichere Häfen wie Gold oder der japanische Yen zogen dagegen an.

Aus charttechnischer Sicht sei der SMI in schwieriges Gelände gefallen. “8800 ist seit Monaten der untere Rand einer bis 9150/200 Punkte reichenden Handelsspanne. Wenn diese nach unten deutlich verlassen wird, könnte sich die Tradingrange für die kommenden Monate unter 9000 Punkte verlagern”, sagte ein Händler.

Die Charttechniker der Zürcher Kantonalbank (ZKB) sehen bei 8800 Punkten eine kurzfristige Unterstützung. Solange aber die 200 Tage-Durchschnittslinie, die gegenwärtig bei 8700 Punkten verlaufe, nicht unterschritten werde, bleibe der mittelfristige Aufwärtstrend intakt.

Neben der Nordkorea-Krise gelte das Augenmerk der Marktteilnehmer den Folgen des Sturms “Harvey”, der Geldpolitik und den Konjunkturzahlen. Dabei dürfte der offizielle Bericht der US-Regierung zum Arbeitsmarkt am Freitag den Höhepunkt markieren.

Unter Druck standen die Aktien der Versicherer: Swiss Re und Zurich fielen jeweils um 1,6 Prozent. Aber auch Baloise, Helvetia und Swiss Life verloren mehr als ein Prozent.

JP Morgan schätzt die versicherten Schäden durch “Harvey” auf zehn bis 20 Milliarden Dollar. Dies seien die Berechnungen nach dem bisherigen Stand. Damit könnte er zu einem der teuersten zehn Wirbelstürme der US-Geschichte werden. Allerdings wäre er für die Versicherer nicht so kostenträchtig wie Hurrikan “Katrina”, der 2005 New Orleans verwüstet hatte und die Branche 75 Milliarden Dollar kostete.

Die Aktien der Banken stimmten in den Kursrückzug mit ein: Credit Suisse verloren 1,4 Prozent und UBS sanken 1,3 Prozent.

Weniger schlecht schlugen sich die Aktien der als krisenresistent geltenden Schwergewichte. Die Aktien des Lebensmittelriesen Nestle ermässigten sich um 0,3 Prozent. Der Pharmawert Novartis verlor 0,7 Prozent, Rivale Roche 0,6 Prozent. Der Pharmazulieferer Lonza war mit einem Kursplus von 0,3 Prozent der einzige Gewinner unter den Standardwerten.

Der grösste Kursabschlag bei den Bluechips verbuchten die Papiere des Zementkonzerns LafargeHolcim mit minus 1,8 Prozent. Die Titel von ABB sackten um 1,3 Prozent ab. Die Anteile von Adecco, SGS, Geberit und Swatch verloren weniger als ein Prozent.

Am breiten Markt fielen Implenia mit einem Kursgewinn von 1,3 Prozent auf. Credit Suisse hat die Analyse der Baufirma mit der Empfehlung “Outperform” aufgenommen.

Die Aktien von Vetropack büssten drei Prozent ein. Der Glasverpackungshersteller hat den Halbjahresgewinn dank einem höheren Finanzergebnis um 1,2 Prozent auf 24,7 Millionen Franken gesteigert. Im Gesamtjahr erwartet die Firma eine leichte Steigerung der Nettoerlöse. Damit habe Vetropack die Markterwartungen verfehlt, sagte ein Händler.

Um 1,3 Prozent tiefer gehandelt wurden die Titel des Flughafen Zürich. Die Firma erwartet 2017 ein Ergebnis im Rahmen des Vorjahres. “Das ist eben leicht enttäuschend”, sagte ein Börsianer. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Oliver Hirt)

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