8. September 2017 / 07:59 / vor 2 Monaten

Verunsicherte Schweizer Anleger halten sich zurück

Zürich, 08. Sep (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Freitag schwächer tendiert. Die Anleger hielten sich vor dem Wochenende zurück. Daher bröckelten die Kurse ab, sagte ein Händler. Die Anleger seien verunsichert über die weitere Entwicklung in der Nordkorea-Krise. Weil das Land am Wochenende den Unabhängigkeitstag feiert, werde ein weiterer Atomtest befürchtet. Zudem drücke auch der schwache Dollar auf die Kurse. Der SMI notierte mit 8888 Punkten um 0,2 Prozent tiefer. Am Donnerstag war der Leitindex um 0,5 Prozent gestiegen.

“Firmenimpulse fehlen, also werden wir uns wohl wieder als Währungshändler betätigen”, sagte ein Händler. Die Aktienkurse dürften dadurch gebremst werden, dass der für die Schweizer Wirtschaft wichtige Dollar zum Franken mit 0,9441 Franken auf den tiefsten Stand seit rund zwei Jahren fiel.

Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) wie erwartet die Leitzinsen unverändert bei Null Prozent belassen. EZB-Chef Mario Draghi äusserte sich aber nicht zum Zeitpunkt des Ausstiegs aus der ultralockeren Geldpolitik. Die Notenbank werde im Herbst über die Anpassung der Geldpolitik über 2017 hinaus entscheiden, erklärte der Italiener..

Bis auf wenige Ausnahmen verloren die Bluechips Terrain. Etwa höhere Kurse verzeichneten die Aktien des Zementriesen LafargeHolcim mit plus 0,9 Prozent. Die Titel des Uhrenkonzerns Swatch und von Swiss Life rückten geringfügig vor. Die Papiere der Grossbank Credit Suisse und von Richemont waren unverändert. Die Anteile der CS-Rivalin UBS ermässigten sich dagegen leicht.

An die Spitze der Verlierer setzten sich Aktien zyklischer Firmen wie der Inspektionsfirma SGS, des Personalvermittlers Adecco, des Elektrotechnikkonzerns ABB, der Bauchemiefirma Sika und des Sanitärtechnikunternehmens Geberit mit Einbussen zwischen 0,5 und einem Prozent.

Die Anteile der als krisenresistent geltenden Pharmafirmen Novartis und Roche ermässigten sich um 0,3 und 0,2 Prozent. Sie würden von positiven Produktnachrichten gestützt, hiess es am Markt.

Roche hat beim Krebsmediziner-Kongress ESMO in Madrid Daten zu einem neuen Biomarker-Bluttests für Krebs-Immuntherapien vorgelegt. Danach konnte mit der Methode die sogenannte Tumor Mutational Burden (TMB) mit hoher Genauigkeit bestimmt werden. TMB, die Zahl von Mutationen im Genom von Krebszellen, gilt als Indikator für die Wirksamkeit einer Immuntherapie und konnte bislang nur durch eine Entnahme von Tumorgewebe (Biopsie) ermittelt werden.

Nach Angaben von Rivale Novartis führt eine präventive Behandlung mit dem Wirkstoff AMG 334 (Erenumab) zu einer Reduktion von Tagen pro Monat, an denen die Patienten unter Migräne leiden. Dies zeigt eine neue Analyse von Phase II-Studiendaten, die der Pharmakonzern auf einem Kongress in Vancouver präsentiert.

Am breiten Markt legten die Aktien von Myriad um vier Prozent zu. Der Finanzinvestor Martin Ebner und seine Frau haben ihre Beteiligung an der Softwarefirma Myriad aufgestockt und kontrollieren seit dem 1. September 61,4 Prozent der Anteile. “Die Käufer spekulieren darauf, dass Ebner die Firma ganz übernehmen will”, sagte ein Händler. Die Softwarefirma hatte im August ausserdem mitgeteilt, sie erwäge einen Rückzug von der Börse. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Oliver Hirt)

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