2. November 2017 / 09:10 / in 17 Tagen

Schweizer Börse legt Verschnaufpause ein - CS nach Zahlen gefragt

Zürich, 02. Nov (Reuters) - Die Schweizer Börse ist am Donnerstag Vormittag auf der Stelle getreten. Händler sprachen von einer Atempause nach dem Rekordlauf an den internationalen Börsen. “Der Markt hat an Breite verloren”, sagte ein Händler. Die Marktteilnehmer kauften nicht den ganzen Markt, sondern reagierten gezielt auf die Veröffentlichung von firmenspezifischen Ereignissen wie deren Bilanzen.

Der SMI notierte mit 9265 Zählern nahezu unverändert gegenüber dem Vortag. Am Mittwoch war der Leitindex um 0,3 Prozent gestiegen.

Mit Spannung warten die Marktteilnehmer auf die Bekanntgabe des neuen Chefs der US-Notenbank. US-Präsident Donald Trump will an diesem Donnerstag die Ernennung kommunizieren. Insidern zufolge hat der einzige Republikaner im Fed-Direktorium, Jerome Powell, die besten Karten. Er gilt als ein Kandidat, der den von Yellen eingeschlagenen vorsichtigen Kurs der geldpolitischen Straffung fortsetzen würde.

Die Ernennung von Powell dürfte an den Märkten bereits eingepreist sein, kommentierte die Credit Suisse im “Investment Daily”. “Sollte aber John Taylor zum neuen Fed-Chef ernannt werden, könnte er als restriktiver betrachtet werden, was möglicherweise einen Renditeanstieg verursachen würde.”

Die Fed hat am Mittwoch wie erwartet den Leitzins in der Spanne zwischen 1,0 und 1,25 Prozent belassen und sich die Tür für eine Erhöhung im Dezember offengelassen. “Der Weg zu einer Zinserhöhung im Dezember ist nun klar”, sagte Luke Bartholomew von Aberdeen Standard Investments.

An die Spitze der Gewinner bei den Bluechips setzten sich die Aktien der Credit Suisse mit einem Kursgewinn von 3,3 Prozent. Die Grossbank hat dank Einsparungen und einer guten Entwicklung der Vermögensverwaltung im dritten Quartal den Gewinn auf 244 Millionen Franken verfünffacht. Credit Suisse will sich in der kommenden Woche mit dem aktivistischen Investor RBR treffen. RBR hat jüngst eine öffentliche Kampagne zur Aufspaltung der zweitgrössten Schweizer Bank in drei Teile gestartet.

Die Aktien von Swiss Re rückten um 0,3 Prozent vor. Der Rückversicherer hält trotz eines Verlusts in den ersten neun Monaten an dem geplanten Aktienrückkauf fest. Ab dem 3. November soll durch den Erwerb eigener Titel bis zu eine Milliarde Franken an die Aktionäre zurückgegeben werden. Im Zeitraum Januar bis September stand wegen hoher Schadenzahlungen vor allem für die verheerende Hurrikanserie in den USA und der Karibik unter dem Strich ein Verlust von 468 Millionen Dollar. Die Zahlen seien unerwartet gut, hiess es bei der Bank Vontobel.

Auch die Anteile von Swisscom reagierten positiv auf den Zwischenbericht. Der Telekomkonzern hat nach neun Monaten den Gewinn um sechs Prozent gesteigert und die Jahresprognose bestätigt. Dies sei mehr als erwartet, hiess es.

Im Aufwind waren auch die Aktien der CS-Rivalin UBS. Die Grossbank gewann 0,9 Prozent an Wert. Die Assekuranzwerte dagegen waren kaum verändert.

Uneinheitlich zeigten sich die Anteile zyklischer Firmen. Die Aktien des Personaldienstleisters Adecco und des Anlagenbauers Oerlikon schwächten sich leicht ab. Der Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB sank um 0,4 Prozent und konsolidierten die jüngsten Kursgewinne.

Fester waren Geberit. Die Aktie des Sanitärtechnikunternehmens hatte seit der Veröffentlichung des Quartalsberichts am Dienstag massiv an Wert eingebüsst.

Am breiten Markt fielen die Titel von Meyer Burger auf, die einen anfänglichen Kurseinbruch um über acht Prozent im Verlauf nahezu aufholten. Der Solarzulieferer führt ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm ein und hat daher die Prognose für den Betriebsgewinn gesenkt. “Das hat die Anleger zuerst aufgeschreckt. Längerfristig dürfte sich die Restrukturierung aber positiv auf die Firma auswirken”, sagte ein Händler.

Ein besser als erwarteter Zwischenbericht liess die Anleger nach Valiant greifen. Der Titel der Bank stieg um fast fünf Prozent. Die Anteile der Luzerner Kantonalbank stiegen nach Veröffentlichung des Quartalsberichts um 1,5 Prozent. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Angelika Gruber)

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