14. November 2017 / 09:22 / in 10 Tagen

Schweizer Börse legt Verschnaufpause ein

Zürich, 14. Nov (Reuters) - Der Schweizer Börse hat am Dienstag leicht zugelegt. Die Ausschläge hielten sich jedoch in engen Grenzen. Der SMI legte 0,2 Prozent zu auf 9180 Zähler. Am Montag hatte der Leitindex 0,3 Prozent fester geschlossen.

Händler sprachen von einem mauen Geschäft - auch weil der Rückenwind von anderen Börsen fehle. An der Wall Street legten die Notierungen marginal zu. In China verloren die Aktien dagegen an Wert. In der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt wuchs die Industrieproduktion im Oktober weniger stark als erwartet. Die Firmen stellten binnen Jahresfrist 6,2 Prozent mehr her, wie das nationale Statistikamt mitteilte.

Mit einem Ende des mittelfristigen Aufwärtstrends rechneten viele Experten dennoch nicht. Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock sieht die globalen Finanzmärkte derzeit im Lot. Die Bewertungen befänden sich fast auf den Höchstständen vor der Finanzkrise, sagte Konzernchef Larry Fink. Die Märkte seien nicht überteuert. Die von US-Präsident Donald Trump geplanten Steuersenkungen für Unternehmen dürften eine weitere Rally an den Aktienbörsen nach sich ziehen.

Auch für die Schweizer Unternehmen seien die Aussichten derzeit so gut wie seit dem Frankenschock Anfang 2015 nicht - so das Ergebnis einer Umfrage der Beratungsgesellschaft Deloitte unter Finanzchefs. Sowohl Umsätze, wie auch Margen und Investitionen würden steigen. Grund für die gute Entwicklung sei auch der schwächere Franken, erklärten die Berater. Für Rückenwind sorgte zudem eine Kaufempfehlung der Deutschen Bank, die dazu riet, Aktien aus der Schweiz im Portfolio überzugewichten.

An der Schweizer Börse legte die Mehrzahl der Titel zu. Gefragt waren insbesondere Finanzwerte. Credit Suisse waren 0,6 Prozent fester. Die Grossbank kann einen weiteren Rechtsstreit abhaken. Das Geldhaus verständigte sich im Streit um mutmaßliche Manipulationen im Devisenhandel in den USA auf eine Vergleichszahlung von 135 Millionen Dollar. Die Experten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) erklärten, der Vergleich sei zwar etwas teurer als von vielen erwartet - überraschend komme er jedoch nicht.

Die Titel der Konkurrentin UBS gewannen 0,4 Prozent, jene der Vermögensverwalterin Julius Bär knapp ein Prozent. Die Papiere von EFG International legten 0,7 Prozent zu. Die Privatbank behält ihre Präsenz in Mailand, nachdem die italienischen Bankenaufsicht die im Mai 2017 erlassenen Beschränkungen aufgehoben hat.

Zu den Gewinnern zählten auch die Schwergewichte aus dem Pharmasektor: Novartis legten 0,5 Prozent zu. Der Pharmakonzern will in Europa und den USA noch im laufenden Jahr die Zulassung für das Medikament Canakinumab bei Herzinfarkt-Patienten beantragen. Die Analysten von Vontobel sprachen von einem wichtigen Schritt. Es handle sich angesichts der vielen bevorstehenden regulatorischen und kommerziellen Herausforderungen für die Arznei aber nur um einen Etappenerfolg. Darüber hinaus hat die Novartis-Generika-Tochter Sandoz gute Studienergebnisse für die Biosimilars Adalimumab gegen Psoriasis und Rituximab gegen rheumatoide Arthritis veröffentlicht. Die Titel von Roche waren 0,7 Prozent höher.

Zu den Verlierern zählte das dritte Indexschwergewicht Nestle mit einem Minus von 0,1 Prozent. Die Aktien des Lebensmittelkonzerns hatten am Montag stark zugelegt.

Auf den Verkaufszetteln standen auch die Papiere des Elektrokonzerns ABB und des Zementherstellers LafargeHolcim. Andere zyklische Werte wie der Personalvermittler Adecco und die Sanitärtechnikfirma Geberit waren wenig verändert.

Am breiten Markt fielen die Titel von Arbonia mit einem Plus von 1,5 Prozent auf. Der Bauausstatter verkauft die Division Industriedienstleistungen an die Beteiligungsgesellschaft Paragon Partners und will mit dem Verkaufserlös seine Schulden abbauen. Die Vollzugsmeldung sei positiv zu werten, erklärten die ZKB-Analysten. (Reporter: Oliver Hirt und Angelika Gruber, redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern +49 69 7565 1236 oder +49 30 2888 5168)

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