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Roche gibt Schweizer Börse Auftrieb
November 20, 2017 / 9:25 AM / 24 days ago

Roche gibt Schweizer Börse Auftrieb

Zürich, 20. Nov (Reuters) - Die Schweizer Börse hat sich zu Wochenbeginn mit einem kräftigen Kursplus von den europäischen Aktienmärkten abgesetzt. Massgeblich dafür war der starke Anstieg des Indexschwergewichts Roche, nachdem der Arzneimittelhersteller gute Testergebnisse für ein Krebs- und ein Hämophilie-Medikament veröffentlicht hat. Unter den übrigen Standardwerten hielten sich Gewinner und Verlierer in etwa die Waage. Der SMI stieg um 0,6 Prozent auf 9236 Punkte. Die vergangene Woche hatte das Bluechip-Barometer mit einem leichten Plus beendet.

An den anderen europäischen Börsen dämpfte die geplatzten Verhandlungen zur Bildung einer Koalitionsregierung in Deutschland die Stimmung. In Frankfurt sank der Dax um 0,3 Prozent. Zudem hatten die Kurse in den USA und in Tokio nachgegeben.

Die Roche-Genussscheine legten vier Prozent zu. Vielversprechende Testergebnisse könnten der Krebs-Immuntherapie Tecentriq des Pharmakonzerns neuen Schub verleihen. In einer spätklinischen Studie der Phase III erwies sich die Arznei gegen Lungenkrebs als wirksam und erreichte eines von zwei Hauptzielen. In Kombination mit einer Chemotherapie und dem Roche-Mittel Avastin verringerte Tecentriq das Fortschreiten der Erkrankung bei Patienten mit nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen (NSCLC). Tecentriq empfiehlt sich damit als Erstbehandlung für die Krankheit. Das Medikament ist bereits für die NSCLC-Therapie zugelassen, allerdings nur, wenn zuvor andere Behandlungen keine Wirkung zeigten. Zudem erwies sich das kürzlich zugelassene Hämophilie-Medikament Hemlibra bei einer weiteren Patientengruppe als wirksam.

Mit Novartis legte ein weiteres SMI-Schwergewicht 0,1 Prozent zu. Das Krebsmedikament Tasigna des Arzneimittelherstellers darf in der EU künftig breiter eingesetzt werden. Das Mittel wurde auch zur Behandlung von Kindern mit Blutkrebs der Form Ph+ CML-CP zugelassen.

Die Titel des dritten Indexriesen Nestle gaben leicht nach. Zu den Verlierern zählten zudem Finanzwerte: UBS verloren 0,5 Prozent und Credit Suisse 0,4 Prozent. Auch Versicherungswerte waren schwächer.

Absetzen konnte sich Julius Bär. Die Aktien des Vermögensverwalters zogen 0,9 Prozent an. Die Bank ist in den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres auf Wachstumskurs. Das Institut sammelte bei der reichen Kundschaft weitere Mittel ein und übertraf das selbst gesteckte Ziel eines Neugeldwachstums von vier bis sechs Prozent des Bestandes. Allerdings sank die Bruttomarge. Die Analysten von Baader Helvea sprachen von “einer sehr guten Entwicklung zwischen Juli und Oktober”.

Zu den Gewinnern zählten auch die Luxusgüterwerte: Die Swatch-Aktien legten zwei Prozent zu. Firmenchef Nick Hayek sieht in der Uhrenindustrie nach einer jahrelangen Flaute eine Trendwende. “Der Aufschwung ist massiv”, sagte er in einem Interview mit der “NZZ am Sonntag”. Sein Konzern habe im September ein Umsatzplus von über zehn Prozent erzielt und im Oktober habe sich das Tempo noch beschleunigt. Nach seinen Kommentaren legten auch die Aktien des Konkurrenten Richemont 0,5 Prozent zu.

Andere zyklische Werte wie der Elektrokonzern ABB, der Zementhersteller LafargeHolcim und der Bauchemiekonzern Sika waren dagegen leicht schwächer oder wenig verändert.

Am breiten Markt gaben die Sulzer-Titel 1,8 Prozent nach. Finanzchef Thomas Dittrich verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch. Seine Nachfolgerin wird per 5. April 2018 Jill Lee.

Die Aktien von Cosmo Pharmaceuticals sanken um 1,5 Prozent auf 140 Franken. Credit Suisse hat die Empfehlung für die Pharmafirma auf “Neutral” von “Outperform” zurückgenommen und ein Kursziel von 140 Franken genannt. (Reporter: Angelika Gruber; redigiert von Paul Arnold)

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