December 5, 2017 / 8:43 AM / 13 days ago

Schweizer Börse tritt auf der Stelle

Zürich, 05. Dez (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Dienstag anfängliche Verluste rasch aufgeholt und leicht zugelegt. Nach den meist negativen Vorgaben aus den USA und Asien trauten sich die Anleger nicht aus der Deckung, sagten Händler. “Der Schwung, der uns am Vortag noch auf Jahreshoch getragen hat, ist verpufft”, sagte ein Händler. Der SMI notierte mit 9333 Punkten nahezu unverändert gegenüber dem Vortag, als der Leitindex 0,6 Prozent höher geschlossen hatte.

Nachdem der US-Senat am Wochenende den Gesetzentwurf für die Steuerreform von Präsident Donald Trump verabschiedet hat, fehle der Schub für weitere Gewinne, hiess es am Markt. Zudem müsse die Vorlage noch mit der Reform des Repräsentantenhauses abgeglichen werden, ehe sie in Kraft treten könne.

“Mit der Steuerreform hat Trump sein wichtigstes Pulver verschossen - was soll danach noch an wirtschaftspolitischen Impulsen kommen?”, hiess es in einem Kommentar der Zuger Bantleon Bank.

Kurzfristige Impulse erhofften sich die Marktteilnehmer von den Einkaufsmanagerindizes der Euro-Zone und den USA, die im Laufe des Tages veröffentlicht werden. Zudem dürfte im US-Senat der künftige Fed-Chef Jerome Powell die erste Hürde im Nominierungsverfahren nehmen, wenn der zuständigen Ausschuss für ihn stimmt. Wegen der republikanischen Mehrheit im Senat gilt seine Ernennung als so gut wie sicher.

Die Mehrheit der Standardwerte notierte leicht höher. Gebremst werde der Anstieg von den Verlusten bei den schwergewichtigen Aktien des Pharmakonzerns Novartis, die um 0,7 Prozent nachgaben. Die Genussscheine von Rivale Roche waren eine Spur höher. Der Anteil des Lebensmitteltitels Nestle, einem weiteren Schwergewicht, waren um 0,8 Prozent fester.

Die Aktien der Banken, die zu den Profiteuren der geplanten US-Steuerreform zählen, setzten den Aufwärtstrend fort. Credit Suisse gewannen 0,4 Prozent und UBS rückten um 0,6 Prozent vor.

Die Assekuranztitel schwächten sich dagegen meist ab: Swiss Re sanken um 0,5 Prozent und Swiss Life um 0,2 Prozent. Zurich aber waren eine Spur teurer bewertet.

Aktien zyklischer Firme zogen an. Der Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB, der Personalvermittlers Adecco und des Zementherstellers LafargeHolcim gewannen jeweils 0,2 Prozent.

Unter Druck standen die Aktien der Technologiewerte. Sie setzten wie ihre Konkurrenten in den USA den Abwärtstrend fort. “Der Sektor zählt nicht zu den grösseren Profiteuren der US-Steuerreform”, sagte ein Händler.

Bereits an der Wall Street hatten Kursverluste bei Tech-Giganten wie Microsoft und Amazon die Freude von Investoren über die vom US-Senat gebilligten Steuersenkungspläne für US-Privatleute und Firmen getrübt. Zudem seien die Technologiewerte im Laufe des Jahres massiv gestiegen. Die Titel des Sensorenherstellers AMS sackten um zwei Prozent ab und Logitech verloren gut ein Prozent.

Die Aktien von Temenos wurden um 2,4 Prozent tiefer gehandelt. Die grösste lateinamerikanische Bank Itau hat für ihr Privatebanking eine Technologieplattform des Bankensoftwareherstellers gewählt.

Gefragt waren die Aktien der Cham Paper Group mit plus 4,5 Prozent. Die Firma verkauft ihr Spezialpapiergeschäft an die südafrikanische Sappi Limited. Der Verkauf führe zu einem Mittelzufluss von rund 125 Millionen Franken. Die Cham Group-Aktie soll zu einem Dividendentitel werden. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Oliver Hirt)

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