January 16, 2018 / 8:49 AM / 3 months ago

Roche bremst Erholung an der Schweizer Börse

Zürich, 16. Jan (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Dienstag leicht zugelegt. Erneut bremsten Kurseinbussen beim Pharmaschwergewicht Roche eine stärkere Erholung des Marktes. Ansonsten tendierten die Bluechips dank freundlicher Vorgaben aus Fernost mehrheitlich fester. Auch der zum Franken anhaltend starke Euro stimmte die Anleger grundsätzlich positiv, da dies der exportorientierten Schweizer Wirtschaft Rückenwind verleihe, sagten Händler. Ein schwacher Franken verbessert die Absatzchancen der heimischen Wirtschaft auf dem wichtigen europäischen Markt.

Der SMI stieg geringfügig auf 9540 Punkte. Am Montag war der Leitindex um 0,1 Prozent gesunken.

Kursbewegende Impulse erhofften sich die Marktteilnehmer von den am Nachmittag anstehenden US-Daten. Veröffentlicht wird der Empire State Index. Zudem veröffentlicht die Grossbank Citigroup ihren Quartalsbericht.

Der Genussschein von Roche fiel um 1,4 Prozent. Konzernchef Severin Schwan erklärte in einem Interview mit der “Financial Times”, hochprofitable Medikamente des Basler Unternehmens verlören den Patentschutz. Neue Arzneien seien erst in der Anlaufphase. “Und das setzt die Profitabilität unter starken Druck”, warnte Schwan. Nach den Erfolgen mit der Produktepipeline im vergangenen Jahr rief er zu “realistischen” Erwartungen für die Performance von Roche in 2018 auf.

Die Aktien von Rivale Novartis legten dagegen ein halbes Prozent zu. Eine Studie zeige, dass das Medikament Cosentyx des Pharmakonzerns dem Konkurrenzprodukt Stelara bei der Behandlung von Erwachsenen mit chronischer Schuppenflechte überlegen sei. Ausserdem prüft die US-Arzneimittelbehörde FDA den Zulassungsantrag der Generika-Tochter Sandoz für das Biosimilar Adalimumab zur Behandlung von Entzündungskrankheiten wie Arthritis.

Auch der ebenfalls schwergewichtige Anteil des Lebensmittelkonzerns Nestle gewann ein halbes Prozent.

Dank dieser zwei Schwergewichte konnte der negative Kurseinfluss von Roche eingegrenzt werden.

Die Aktien der Banken Julius Bär, Credit Suisse und UBS zählten mit Einbussen von 0,2 beziehungsweise 0,4 Prozent ebenfalls zu den Verlierern.

Die übrigen Bluechips rückten vor. Den stärkste Anstieg verbuchten die Aktien von Zurich Insurance mit einem Kursplus von einem Prozent auf 316,10 Franken. RBC erhöhte das Kursziel auf 400 von 280 Franken und empfahl den Assekuranzwert mit “Outperform” zum Kauf. Baloise, Swiss Life und Swiss Re legten gegen 0,6 Prozent zu.

Dei Anteile zyklischer Firmen wie ABB, Adecco, Geberit und LafargeHolcim gewannen bis zu einem halben Prozent.

Bei den Nebenwerten fielen Lindt & Sprüngli mit einem Kursabschlag von 2,2 Prozent auf. Der Premiumschokoladehersteller hat zwar den Umsatz im Rahmen der Erwartungen um 4,8 Prozent auf 4,088 Milliarden Franken gesteigert. Aber das organische Wachstum fiel mit 3,7 Prozent deutlich geringer aus, als im Vorjahr mit 6,0 Prozent. Analysten hatten mit 4,2 Prozent organischem Wachstum gerechnet. Lindt habe die Erwartungen verfehlt. Dies sei das schwächste Wachstum seit einer Dekade, kommentierte Jon Cox vom Broker Kepler Cheuvreux. Der strukturelle Druck im Amerika-Geschäft dürfte auch in Zukunft anhalten. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Angelika Gruber)

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