January 17, 2018 / 9:21 AM / in 9 months

Schweizer Börse gibt nach - Roche setzt Talfahrt fort

Zürich, 17. Jan (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Mittwoch schwächer tendiert. Erneut belasteten Verkäufe des Pharmaschwergewichts Roche den Markt. Zudem seien die Vorgaben aus den USA und Fernost wenig richtungsweisend und lockten keine neuen Käufer an, sagten Händler. Der SMI sank um 0,2 Prozent auf 9442 Zähler. Am Dienstag hatte der Leitindex um 0,8 Prozent tiefer geschlossen.

Händler äusserten sich zurückhaltend, nachdem der Dow Jones das Rekordniveau von mehr als 26.000 Punkten, das er am Dienstag erstmals überschritten hatte, nicht halten konnte. “Die Anleger könnte die Zuversicht verlassen und es könnte daher zu Gewinnmitnahmen kommen”, sagte ein Händler.

Gewinner und Verlierer hielten sich in etwa die Waage. Die Genussscheine von Roche büssten nach dem Kurssturz vom Vortag erneut 1,1 Prozent ein. Roche-Konzernchef Schwan hatte sich in einem Interview mit der “Financial Times” vorsichtig geäussert und wegen des Patentablaufs wichtiger Medikamente realistische Erwartungen für die Leistung des Unternehmens angemahnt. Marktteilnehmer machten auch geltend, dass US-Rivale Merck gute klinische Daten für sein Lungenkrebsmedikament Keytruda vorlegte. Damit wächst der Druck auf Roche, das ebenfalls eine Krebs-Immuntherapie gegen Lungenkarzinom auf dem Markt hat. “Die Chancen auf Überlegenheit von Tecentriq haben sich verringert”, erklärte Kepler-Cheuvreux-Analyst David Eveans.

Die Aktien von Novartis schwächten sich trotz guter Nachrichten um 0,4 Prozent ab. Das Krebsmittel Kymriah hat von der US-Arzneimittelbehörde FDA ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für die Behandlung von Lymphomen bei Erwachsenen erhalten. Zudem hat die europäische Agentur EMA ein beschleunigtes Verfahren bei der Marktzulassung des Mittels für eine Art von Leukämie bei Kindern und jungen Erwachsenen begonnen.

Etwas höher gehandelt wurden die Titel von Nestle. Der Nahrungsmittelriese verkauft sein US-Süssigkeitengeschäft für 2,8 Milliarden Dollar an den Nutella-Hersteller Ferrero. Der Deal solle gegen Ende des ersten Quartals abgeschlossen werden. Die ZKB sprach von einer “eleganten Verabschiedung” aus dem immer schwieriger gewordenen US-Markt.

Unter Druck standen die Aktien der Banken. Credit Suisse sackten um 1,3 Prozent ab und UBS verloren ein halbes Prozent. Händler hofften auf positive Impulse von den am Nachmittag erwarteten Bilanzen der US-Grossbanken Goldman Sachs und Bank of America.

Mehrheitlich fester waren die Anteile der Versicherer. Swiss Re stiegen um 0,8 Prozent auf 93,70 Franken. Credit Suisse hob das Preisziel auf 96 Franken.

Bei den Aktien zyklischer Firmen profitierten die Papiere von Sika von einer Kaufempfehlung und stiegen ein Prozent auf 8310 Franken. Baader Helvea stufte die Empfehlung für den Bauchemiekonzern auf “Buy” von “Hold” hoch und erhöhte das Kursziel auf 9400 Franken. Auch Clariant stiegen nach einer Kaufempfehlung und Kurszielerhöhung von Baader Helvea ein Prozent.

Am breiten Markt rückten die Aktien von Meyer Burger um 1,2 Prozent vor. Die Produktion von Solarzellen soll 2018 um rund 20 Prozent wachsen, hiess es in einer Branchenstudie der deutschen Equits. Die Aktie war am Dienstag aufgrund von Marktspekulationen auf einen grossen Auftrag, den die Berner Firma an Land gezogen haben soll, kräftig gestiegen.

Die Aktien von Kudelski sanken um vier Prozent auf 11,96 Franken. UBS und Vontobel haben das Kursziel für den Technologietitel auf 9,50 von 10,50 Franken respektive auf 12,40 von 15,50 Franken gesenkt. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Angelika Gruber; Bei Rückfragen wenden Sie sich an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern +49 69 7565 1236 oder +49 30 2888 5168)

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