January 18, 2018 / 9:13 AM / 6 months ago

Schweizer Aktien setzt zu Erholung an - Geberit mit Kurssprung

Zürich, 18. Jan (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Donnerstag nach Tagen schwächerer Kurse fester tendiert. Händler sprachen von einer Erholung. “Die Konsolidierung ist wohl vorbei. Die Anleger greifen wieder zu”, sagte ein Börsianer. Positive Vorgaben von der Wall Street, wo der Dow Jones einen Rekord verbucht und erstmals über 26.000 Punkten geschlossen hatte, sowie unerwartet starke Konjunkturzahlen aus der weltgrössten Volkswirtschaft stimmten die Marktteilnehmer zuversichtlich, hiess es am Markt.

Der SMI stieg um 0,3 Prozent auf 9465 Punkte. Am Mittwoch war der Leitindex um 0,3 Prozent gesunken.

Zur aufgehellten Stimmung trug laut Händlern auch der Konjunkturbericht der US-Notenbank bei. In dem Beige Book der Fed hiess es, die weltgrösste Volkswirtschaft sei in den vergangenen Wochen weiter gewachsen. Auch die Inflation habe leicht bis moderat zugelegt. Experten erwarten daher von der Fed eine Zinserhöhung im März. Im Dezember hatten die Währungshüter die Zinsen um einen Viertelpunkt auf aktuell 1,25 bis 1,5 Prozent hochgesetzt.

Marktbewegende Impulse erhofften sich die Marktteilnehmer am Nachmittag von der US-Konjunktur. Veröffentlicht werden die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die Wohnbaubeginne.

Die Aktien von Geberit kletterten um 4,9 Prozent auf 445 Franken. Der Sanitärtechnikkonzern hat 2017 dank der guten Baukonjunktur in weiten Teilen Europas den Umsatz um 3,5 Prozent auf 2,908 Milliarden Franken gesteigert. Dabei beschleunigte sich das Wachstum im vierten Quartal deutlich. Für 2017 geht Geberit von einer bereinigten operativen Cashflow-Marge von rund 28 Prozent aus. “Nach zwei enttäuschenden Quartalsergebnissen gelang es Geberit, im 4. Quartal positiv zu überraschen”, kommentierte Martin Hüsler von der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Gefragt waren auch die Aktie von Meyer Burger. Der Kurs stieg um 2,9 Prozent auf 2,13 Franken. Der Zulieferer für die Solarindustrie steigerte den Auftragseingang 2017 vorläufigen Zahlen zufolge um fast ein Viertel auf rund 560 Millionen Franken und erreichte damit den höchsten Wert der vergangenen sechs Jahre. Ein Händler sprach von einer gelungenen Überraschung. “Der Turnaround setzt sich fort.”

Die Aktien der Banken setzten zu einer Erholung an. Der Kurs der Grossbank Credit Suisse legte um 0,5 Prozent zu und Rivale UBS wurde um 1,2 Prozent höher gehandelt. CS stufte UBS auf “Outperform” von “Neutral” hoch.

Am Vortag hatten die US-Konkurrenten Goldman Sachs und Bank of America über Milliardenverluste wegen der US-Steuerreform berichtet.

Uneinheitlich zeigten sich die Assekuranzwerte. Die Aktien zyklischer Firmen gaben frühe Gewinne zum Teil preis und so kristallisierte sich kein klarer Trend heraus. Die Kursänderungen waren meist gering.

Bei den Pharmaschwergewichten waren die Aktien von Novartis eine Spur höher. Der Genussschein von Roche war praktisch unverändert. Roche hatte an den Vortagen deutlich an Wert eingebüsst, nachdem Konzernchef Severin Schwan vor unrealistischen Erwartungen gewarnt und Rivale Merck gute klinische Daten für das Lungenkrebsmedikament Keytruda vorgelegt hatte. Das Produkt konkurrenziert die Immuntherapie gegen Lungenkarzinom von Roche.

Die ebenfalls schwergewichtigen Nestle-Aktien ermässigten sich um 0,1 Prozent. Die meisten Lebensmittelwerte büssten Terrain ein. So schwächten sich auch die Aktien von Bell, Barry Callebaut und Hochdorf ab.

Am breiten Markt fielen Temenos 1,3 Prozent. Goldman Sachs reduzierte die Empfehlung auf “Sell” von “Neutral”.

Knapp gehalten waren die Aktien von Galenica. Der Apotheken-Betreiber hat den Umsatz 2017 um 6,8 Prozent auf 3,21 Milliarden Franken gesteigert und ist damit deutlich stärker als der Markt gewachsen. Die Firma rechnet weiterhin mit einem Anstieg des Betriebsergebnisses (EBIT) zwischen sieben und zwölf Prozent. Damit habe Galenica die Erwartungen erfüllt, hiess es.

Die Aktien von Arbonia legten 4,5 Prozent zu. Auf einem Analystentreffen in Basel am Rande der Branchenmesse Swissbau habe sich Firmenchef von Witzleben positiv über die Aussichten der Branche geäussert. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Oliver Hirt)

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