January 22, 2018 / 9:03 AM / 7 months ago

Schweizer Börse startet leichter - UBS nach Bilanz unter Druck

Zürich, 22. Jan (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Montag nachgegeben. Vor ein kräftiger Kursrutsch der Grossbank UBS belasteten den Leitindex: Der SMI sank um 0,3 Prozent auf 9477 Punkte. Am Freitag war er um 0,6 Prozent gestiegen.

Der Haushaltsstreit in den USA werde aufmerksam verfolgt, beunruhige die Marktteilnehmer bislang aber nicht übermässig, sagten Händler. “Die konjunkturelle Situation ist robust genug, dass ein vorübergehender ‘Government Shutdown’ kaum ins Kontor schlägt”, erklärte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. “Für die Finanzmärkte besteht also im gegenwärtigen Zeitpunkt kein Grund zur Panik.” Marktteilnehmer setzen zudem darauf, dass eher früher als später die Vernunft siegen und eine Lösung gefunden werde.

Im Mittelpunkt stand die UBS. Der Kurs brach nach der Bilanzveröffentlichung 3,1 Prozent ein. Ein von der Bank in Aussicht gestellter Geldregen verpuffte. Abschreibungen im Zuge der US-Steuerreform brockten der UBS im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang ein, unter dem Strich stand mit 1,2 Milliarden Franken weniger als halb so viel wie 2016. Allerdings will UBS ihre Aktionäre über stetig steigenden Dividenden und Aktienrückkäufe an Gewinnen beteiligen. “Die Aktie ist gut gelaufen und hat sich auch besser als die Branche entwickelt”, sagte ein Händler.

Die Titel von Rivale Credit Suisse sanken um ein Prozent und die des Vermögensverwalters Julius Bär verloren 0,6 Prozent.

Meist fester zeigten sich Anteile von zyklischen Firmen. Die Aktien von Richemont allerdings büssten 0,2 Prozent ein. Der Luxusgüterhersteller will den Internet-Luxusmodehändler Yoox-Net-A-Porter ganz übernehmen und bietet den Aktionären der italienischen Firma 38 Euro je Aktie. Das entspricht einer Prämie von gut einem Viertel gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag und bewertet die Firma mit 3,46 Milliarden Euro.

Auf Erholungskurs waren die Roche-Scheine mit einem Plus von 0,6 Prozent. Das Pharmaschwergewicht stand zuletzt unter Abgabedruck, nachdem US-Konkurrent Merck gute klinische Daten für das Lungenkrebsmedikament Keytruda vorgelegt hatte, das die Roche-Arznei Tecentriq konkurrenziert. Die Aktien von Novartis legten geringfügig zu. Nestle, der Bluechip mit dem höchsten Börsengewicht, gewann 0,2 Prozent an Wert.

Die Aktien von Sika stiegen um 0,7 Prozent. Für Konzernchef Paul Schuler eröffnet der gestiegene Aktienkurs die Chance für eine Einigung mit Saint Gobain und dem Mehrheitsaktionär SWH. “Sika bleibt unabhängig, die Burkard-Familie verkauft ihren Anteil und erhält einen sehr guten Preis”, beschrieb Schuler sein Wunsch-Szenario in der “Finanz und Wirtschaft”. Der Verwaltungsrat halte ein Angebot für die Familie bereit.

Am breiten Markt rückten die Aktien von Dätwyler 1,7 Prozent vor. Der Mischkonzern hat die Zusammenarbeit mit der Nestle-Tochter Nespresso seinem grössten Kunden, um mehrere Jahre verlängert. Einzelheiten wurden nicht bekanntgegeben. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Paul Arnold)

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