January 26, 2018 / 9:16 AM / in 3 months

Schweizer Börse legt zu - Givaudan fallen nach Jahresbericht

Zürich, 26. Jan (Reuters) - Die Schweizer Börse hast am Freitag zugelegt. Händler sprachen von einer technischen Erholung nach den schwächeren Vortagen. Im Fokus der Marktteilnehmer standen Spezialsituationen. “Der Gesamtmarkt ist freundlich. Die Musik aber spielt nur an wenigen Ecken”, sagte ein Börsianer. Der SMI stieg um 0,4 Prozent auf 9520 Punkte. Am Donnerstag hatte der Leitindex im Sog des schwachen Dollar um 0,7 Prozent tiefer geschlossen.

Händler hofften auf stärkere Impulse am Nachmittag, falls die US-Daten das Bild einer brummenden Wirtschaft untermauerten. Veröffentlicht werden um 14.30 Uhr die erste Schätzung zum US-Wirtschaftswachstum im Weihnachtsquartal und die Auftragseingänge langlebiger US-Güter.

Mit Spannung warten Börsianer auch auf den Auftritt Donald Trumps beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Sie fragen sich, ob der US-Präsident nach den Strafzöllen auf einige Importgüter weitere protektionistische Massnahmen ankündigt.

Gewinnmitnahmen belasteten die Aktien von Givaudan mit 2,4 Prozent. Der Aromen- und Duftstoffhersteller steigerte 2017 den Umsatz um 8,3 Prozent auf 5,051 Milliarden Franken und den Gewinn um 11,7 Prozent auf 720 Millionen Franken. Damit hat der Weltmarktführer besser abgeschnitten, als von Reuters befragte Analysten erwartet hatten. Die Dividende soll um zwei Franken auf 58 Franken je Aktie erhöht werden. “Das Ergebnis ist wie gewohnt gut, aber der Titel ist weit gelaufen und hat auch ein hohes Niveau erreicht”, sagte ein Händler.

Für Aufsehen sorgten zudem die am breiten Markt gehandelten Aktien von Temenos, die um weitere sechs Prozent stiegen. Händler sprachen erneut von spekulativen Käufen. Angesichts der aktuellen Bewertung und einer bei Übernahmen üblicherweise fälligen Prämie müsste ein Käufer mehr als den fünfzigfachen Jahresgewinn auf den Tisch legen, sagte Laurent Daure vom Broker Kepler Cheuvreux. “Das wäre kaum zu rechtfertigen.” Die Aktie hatte am Vortag zweitweise um fast ein Fünftel an Wert gewonnen.

Dagegen standen die Anteile von Aryzta wieder unter Druck und verloren fünf Prozent. Die Aktie des Backwarenherstellers war am Donnerstag nach einer Gewinnwarnung unter Druck geraten. “Nun sorgen zahlreiche Herabstufungen und Kurszielsenkungen für anhaltenden Druck”, sagte ein Händler.

Die Aktien von SHL Telemedicine schossen um einen Viertel nach oben auf 7,70 Franken. Die Übernahmekommission hat entschieden, dass Reihe von Aktionären verpflichtet sind, ein öffentliches Angebot für alle kotierten Aktien von SHL zum Preis von 8,70 Franken pro Aktie zu publizieren. Ihnen werde eine Frist von zwei Monaten gewährt, um dieses öffentliche Angebot zu unterbreiten.

Weiterhin Marktstütze waren die schwergewichtigen Novartis-Aktien, die ein weiteres Prozent gutmachten. Seit Bekanntgabe des Jahresberichts am Mittwoch befindet sich der Titel der Pharmafirma im Aufwind. Die Genussscheine von Rivale Roche rückten 0,3 Prozent vor. Die ebenfalls schwergewichteten Nestle-Aktien stiegen um 0,7 Prozent.

Die Aktien der Banken Credit Suisse und UBS gewannen ein halbes Prozent. Der Sektor profitiere von den steigenden Anleihenrenditen, hiess es am Markt. Die europäischen Bankaktien folgten fast eins zu eins den Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen, sagte Pierre Charters von M&G.

Die Versicherungspapiere tendierten dagegen leicht schwächer. Aktien zyklischer Firmen stimmten dagegen in den Aufwärtstrend ein. ABB, Geberit LafargeHolcim und SGS wurden gegen ein halbes Prozent höher bewertet.

Clariant legten um 0,5 Prozent zu. Der Chemiewert war am Donnerstag stark gefallen, nachdem der Investors White Tale überraschend bei Clariant ausgestiegen ist. Der aktivistische Aktionär hat sein 25-Prozent-Paket an das saudische Chemieunternehmen Sabic verkauft.

Mit fallenden Kursen reagierten die Aktie der Befestigungstechnikfirma SFS und des Maschinenbauers Starrag auf Jahreszahlen. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen und einem starken Kursanstieg im Vorjahr. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Oliver Hirt)

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