January 31, 2018 / 9:19 AM / 9 months ago

Schweizer Börse vor US-Zinssitzung leichter - Julius Bär unter Druck

Zürich, 31. Jan (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Mittwoch leicht tiefer notiert. Vor der Veröffentlichung der geldpolitischen Beschlüsse der US-Notenbank Fed am Abend wollten die Anleger kein Risiko eingehen. Die Experten erwarten zwar keine Zinserhöhung. Doch könnte Fed-Chefin Janet Yellen auf ihrer letzten Sitzung verbal die geldpolitischen Zügel etwas anziehen. “Der schwache Dollar und die steigenden Renditen der US-Staatsanleihen haben die Anleger verunsichert”, sagte ein Händler.

Für Impulse könnten am Nachmittag die Beschäftigtenzahlen der privaten US-Arbeitsagentur ADP sorgen. Diese geben einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten am Freitag.

Der SMI notierte mit 9423 Zählern um 0,1 Prozent tiefer. Am Dienstag war der Leitindex um 0,25 Prozent gefallen.

Im Fokus der Anleger standen die Aktien von Julius Bär, die mit einem Minus von 3,6 Prozent bei den Bluechips die Verlierer anführten. Der Vermögensverwalter hat im vergangenen Jahr von der guten Entwicklung an den Märkten profitiert und den Gewinn gesteigert. Bei der reichen Kundschaft sammelte die Bank Neugelder von 22 Milliarden Franken ein - was 6,6 Prozent des Bestandes entspricht. Die Zahlen entsprächen den Erwartungen, kommentierte die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Da die Aktie nahe dem Rekordhoch notiere und die Bank nicht positiv überrascht habe, nähmen die Anleger Gewinne mit.

Dies dürfte auch bei den Aktien von Lonza gelten, die zeitweise fast sieben Prozent tiefer gehandelt wurden, sich dann aber vom Tagestief lösten und zuletzt mit minus 3,5 Prozent notierten. Der Pharmazulieferer ist dank der Übernahme der US-Firma Capsugel 2017 kräftig gewachsen und hat den Kernreingewinn um 82 Prozent auf 806 Millionen Franken gesteigert. Händler kritisierten die Prognosen aber als zu konservativ und eine stabile Dividende von 2,75 Franken als ungenügend. “Das sind einfach Gewinnmitnahmen. Die Aktie ist im vergangenen Jahr um fast zwei Drittel gestiegen und notierte gestern noch auf dem Rekordhoch”, sagte ein Händler.

Die Anteile von Swatch setzten den Aufwärtstrend fort, den sie am Vortag nach der Veröffentlichung eines besser als erwarteten Jahresabschlusses aufgenommen hatten, und gewannen 2,5 Prozent. Mehrere Kurszielerhöhungen und Kaufempfehlungen dürften zusätzlich geholfen haben, hiess es am Markt. Die Aktie von Rivale Richemont stieg um 0,6 Prozent.

Gebremst wurde der Markt durch Kursabschläge bei den schwergewichtigen Pharmatiteln. Novartis sanken um 0,5 Prozent und Roche verloren 0,4 Prozent. Roche wird am Donnerstag das Jahresergebnis 2017 vorlegen.

Die Anteile von Nestle gewannen 0,6 Prozent und bildeten ein Gegengewicht zu den schwächeren Pharmatiteln.

Die Aktien der Banken büssten Terrain ein: Credit Suisse ermässigten sich um 0,1 Prozent und UBS verloren 0,7 Prozent. Die Versicherer machten nach den Einbussen vom Vortag etwas Boden gut.

Auch die meisten zyklischen Werte setzten zu einer Erholung an. ABB, LafargeHolcim und SGS legten ein halbes Prozent zu.

Am breiten Markt machten Meyer Burger die Vortageseinbussen wett und zogen um vier Prozent an.

Die Aktien von Bucher und Rieter gewannen jeweils ein Prozent. Sie hatten im Vorjahr erfreuliche Umsatzzuwächse verbucht.

Die Anteile von Santhera stiegen um drei Prozent. Der Pharmatitel war im Zusammenhang mit einem Rückschlag bei dem Schlüsselmedikament Raxone unter Druck geraten. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Oliver Hirt)

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