February 2, 2018 / 8:57 AM / 10 months ago

Schweizer Börse weiter auf dem Rückzug

Zürich, 02. Feb (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Freitag schwächer tendiert. Vor dem mit Spannung erwarteten Bericht zur Entwicklung auf dem US-Arbeitsmarkt, der um 14.30 Uhr veröffentlicht wird, scheuten die Anleger laut Händlern die Risiken und hielten sich zurück. Der SMI sank um 0,4 Prozent auf 9257 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang Dezember.

Von Reuters befragte Analysten erwarten, dass im Januar in den USA 180.000 neue Stellen ausserhalb der Landwirtschaft geschaffen wurden, nach einem Plus von 148.000 im Vormonat. Anhand dieser Zahlen versuchen Börsianer, Zeitpunkt und Tempo der US-Zinserhöhungen vorauszusagen. Am Mittwochabend hatte die Fed mitgeteilt, die Zinsen blieben konstant. Aber die Währungshüter liessen die Türe für eine Erhöhung im März offen.

Bei einem starken Wert (im US-Arbeitsmarktbericht) dürfte die Wahrscheinlichkeit von vier Zinserhöhungen im laufenden Jahr zunehmen, kommentierte die Credit Suisse im “Investment Daily”.

Bis auf die Aktien von Zurich Insurance, die unverändert waren, tendierten sämtlich Standardwerte schwächer. Die Aktien von Nestle sanken um 0,6 Prozent. Ein neuer Bericht der “Changing Markets Foundation” wirft dem Nahrungsmittelkonzern vor, Konsumenten bei Babymilch mit irreführender Werbung zu täuschen, wie der Guardian berichtet. Nestle erklärte, der Konzern vertreibe seine Produkte verantwortungsvoll und unterstütze die WHO-Richtlinien.

Die Anteile der Pharmaschwergewichte schwächten sich weiter ab. Novartis fielen um 0,6 Prozent und Roche um 0,5 Prozent. Schon am Vortag war der Sektor stark unter Druck, nachdem Novo Nordisk enttäuschende Ergebnisse veröffentlicht hatte. Auch konnte Roche die Anleger mit seinem Jahresbericht nicht für sich gewinnen. Zudem hatte US-Präsident Donald Trump in seiner Rede zur Lage der Nation am Dienstagabend gesagt, die Senkung der Preise für verschreibungspflichtige Medikamente stelle eine Priorität dar.

“Ohne Unterstützung des schwergewichteten Pharmasektors ist bei uns eine Markterholung einfach nicht zu erwarten”, sagte ein Händler. Die beiden Pharmariesen und Nestle machen mehr als die Hälfte der Marktkapitalisierung des SMI aus.

Die Aktien der Banken neigten ebenfalls zur Schwäche. Händler verwiesen auf den Milliardenverlust, den die Deutsche Bank für 2017 veröffentlicht hat. Zudem stellten sich manche Anleger auch die Frage, ab wann sich der positive Effekt steigender Zinsen ins Gegenteil drehen könne. Risiken ergäben sich etwa durch möglicherweise steigende Ausfallsraten am Immobilienmarkt. Die Aktien von Credit Suisse verloren 0,3 Prozent und UBS waren nahezu stabil.

Die Aktien zyklischer Firmen büssten mehrheitlich Terrain ein. Die Einbussen hielten sich mit meist weniger als einem halben Prozent in Grenzen.

Am breiten Markt stiegen die Aktien von Implenia um 1,6 Prozent. Der Baukonzern hat im zweiten Halbjahr eine gute operative Leistung erzielt und will für das vergangene Jahr eine Dividende im Rahmen des Vorjahrs bezahlen. Der Auftragsbestand sei weiterhin auf Rekordhöhe.

Die Anteile von Bucher verloren 1,7 Prozent. Baader Helvea stufte den Maschinenbauer auf Hold von Buy herab. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Angelika Gruber)

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