February 5, 2018 / 8:59 AM / 8 months ago

Schweizer Börse startet schwächer - Anleger streichen Gewinne ein

Zürich, 05. Feb (Reuters) - Die Schweizer Börse hat zu Wochenbeginn auf breiter Front nachgegeben. Den negativen Vorgaben aus den USA und aus Asien könnten sich die hiesigen Aktien nicht entziehen, sagten Händler. Die Anleger befürchteten eine Korrektur, nachdem die Kurse an der Wall Street am Freitag ihren Rekordlauf beendet und 2,5 Prozent eingebüsst hatten.

Der SMI notierte mit 9109 Zählern um 1,2 Prozent tiefer. In der Vorwoche hatte der Leitindex mehr als drei Prozent eingebüsst und damit den grössten Wochenverlust seit dem 11. August verzeichnet.

Der rasche und starke Anstieg der Anleihenrenditen zeichnet den Anlegern Sorgenfalten ins Gesicht. Wegen der weltweit brummenden Konjunktur und nach unerwartet guten US-Arbeitsmarktdaten befürchten Anleger, dass die US-Notenbank Fed die geldpolitischen Zügel rascher und stärker strafft, als bisher erwartet.

Die Fed hat im Dezember die Zinsen um einen Viertelpunkt hochgesetzt - auf die Spanne von 1,25 bis 1,5 Prozent. Auf der jüngsten Sitzung Ende Januar haben die Währungshüter die Tür für eine weitere Erhöhung im März weit aufgestossen. Manche Experten erwarten, dass danach noch drei weitere Schritte nach oben in diesem Jahr folgen könnten.

Ein Kursrückgang bietet aber auch Chancen. “Wir favorisieren Aktien weiterhin”, kommentierte Michael Strobaek, Chefstratege der Credit Suisse. “In unseren Augen handelt es sich dabei um eine gesunde Korrektur.” Für Kunden, die über Kapital verfügten, das sie einsetzen können, eröffneten sich Kaufgelegenheiten.

Nach Ansicht der Bantleon Bank dürfte das günstige Umfeld in den kommenden Wochen noch erhalten bleiben. “Die Warnzeichen für die Zeit danach nehmen jedoch bereits jetzt zu”, kommentierte Harald Preissler, der grössere Einschläge an den Aktienmärkten von bis zu 15 Prozent nicht ausschliesst. “Sollte sich die bevorstehende konjunkturelle Delle tatsächlich als temporäres Phänomen entpuppen, steht einer Fortsetzung der Hausse im späteren Jahresverlauf nichts im Weg”, bleibt der Bantleon-Anlagechef grundsätzlich positiv.

Sämtliche Standardwerte gaben nach. Die grössten Einbussen verzeichneten mit dem Pharmazulieferer Lonza, dem Uhrenherstellers Swatch und der Bauchemiefirma Sika Aktien, die sich kräftig entwickelt hatten. Sie sanken um 2,6, 2,3 und zwei Prozent. Die Titel der Grossbanken UBS und Credit Suisse verloren gegen zwei Prozent.

Mit Einbussen von einem Prozent oder weniger hielten sich die Anteile der als krisenresistent geltenden Pharmariesen Roche und Novartis, des Nahrungsmittelmultis Nestle und des Telekomkonzerns Swisscom vergleichsweise gut.

Aktien zyklischer Firmen wie ABB, Adecco, Geberit und die Versicherer Swiss Life, Swiss Re und Zurich verloren mehr als ein Prozent.

Am breiten Markt verzeichneten die Aktien von Orascom eine Einbusse von neun Prozent. Der Titel war im laufenden Jahr um fast die Hälfte gestiegen. Mit den Anteilen von Bachem, Bossard und Tornos litten weitere Anteile unter Gewinnmitnahmen, die im Vorjahr massiv höher bewertet wurden. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Angelika Gruber)

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below