February 8, 2018 / 9:08 AM / 3 months ago

Schweizer Börse bewegt sich seitwärts - Versicherer gefragt

Zürich, 08. Feb (Reuters) - Die Schweizer Börse ist am Donnerstag nach einer schwächeren Eröffnung erholt. Das Geschäft zeichne sich durch grosse Schwankungen in einzelnen Werten aus, sagten Händler. “Die Anleger sind weiterhin verunsichert nach dem Kurseinbruch und konzentrieren sich auf Spezialsituationen”, sagte ein Börsianer. Der SMI notierte mit 8975 Zählern praktisch unverändert. Am Mittwoch war der Leitindex um 1,6 Prozent gestiegen.

Nach wie vor sorgten sich die Marktteilnehmer vor stärker steigenden Zinsen in den USA. In der US-Notenbank mehrten sich unterdessen jedoch Stimmen, die keinen Anlass für eine aggressivere Gangart sehen.

Gefragt waren Versicherungsaktien. Der Titel des Rückversicherers Swiss Re schoss um sechs Prozent in die Höhe und verbuchte damit den stärksten Kursgewinn an einem Tag seit November 2011. Der japanische Telekom-Konzern Softbank verhandelt nach Angaben von Swiss Re über einen Einstieg bei dem Rückversicherungskonzern. Es gehe um eine Minderheitsbeteiligung. Die Gespräche seien aber noch in einem sehr frühen Stadium. Es gebe keine Garantie, dass es zu einer Übereinkunft komme. Das “Wall Street Journal” berichtete dagegen von bereits fortgeschrittenen Gesprächen, die allerdings trotzdem immer noch scheitern könnten. Laut der Zeitung geht es um einen Anteil im Wert von zehn Milliarden Dollar oder mehr. Softbank wolle bis zu einem Drittel der Anteile erwerben.

“Eine Beteiligung von einem Drittel wäre substantiell” kommentierte ZKB-Analyst Georg Marti. Die Hoffnung auf eine hohe Übernahmeprämie treibe den Kurs nach oben. Die Durchführung der Transaktion sei aber mit hoher Unsicherheit verbunden.

Die Anteile von Zurich gewannen 3,5 Prozent. Der Allspartenversicherer erhöht erstmals seit Jahren die Dividende, nämlich um einen auf 18 Franken und kauft eigene Aktien für rund eine Milliarde Dollar zurück.

Im Fahrwasser von Zurich und Swiss Re griffen die Anleger auch bei Baloise, Helvetia und Swiss Life zu, die gegen ein Prozent gewannen.

Unter Druck standen die Aktien von ABB. Der Elektrotechnikkonzern hat die Erwartungen nicht ganz erfüllen können. Nach drei Jahren mit rückläufigen Gewinnen hat ABB dank des anhaltenden Sparkurses und Erlösen aus Bereichsverkäufen den Überschuss um 17 Prozent auf 2,21 Milliarden Dollar gesteigert.

Die Aktien der Banken schwächten sich ab. Credit Suisse und UBS sanken um 0,4 und 0,2 Prozent.

Bei den Marktschwergewichten notierten der Pharmatitel Novartis und der Lebensmittelwert Nestle rund ein halbes Prozent niedriger. Der Novartis-Rivale Roche gewann dagegen 0,3 Prozent an Wert.

Am breiten Markt stachen die Aktien von Zur Rose mit einem volatilen Kursverlauf hervor. Zuletzt lag die Aktie der Versandapotheke um 3,4 Prozent im Minus. Sie litt unter den Plänen der neuen deutschen Regierung, den Onlineversand von rezeptpflichtigen Medikamenten zu verbieten. “Damit stünde das ganze Geschäftsmodell von Zur Rose infrage”, sagte ein Händler. Die Firma will sich dagegen wehren.

Eine Kaufempfehlung der Credit Suisse schob die Aktien des Milchverarbeiters Emmi um 6,7 Prozent in die Höhe.

Gewinnmitnahmen belasteten die Anteile von Leonteq mit gut zwei Prozent. Der Derivateanbieter schliesst 2017 deutlich besser als erwartet ab, will aber die Dividende erneut ausfallen lassen. Händler sprachen von Verkäufen nach dem Motto “sell on good news”. Der Titel hatte sich aufgrund von Käufen in der Hoffnung auf einen Turnaround im Vorjahr fast verdoppelt. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Angelika Gruber)

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