February 15, 2018 / 8:56 AM / 3 months ago

Nestle bremst Erholung an der Schweizer Börse

Zürich, 15. Feb (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Donnerstag leicht zugelegt. Die Stimmung sei dank positiver Vorgaben aus den USA und aus Fernost gut, so dass sich Erholung fortsetze, sagten Händler. Die Wall Street hatte trotz überraschend hoher US-Verbraucherpreise zugelegt.. Doch Kursverluste beim Marktschwergewicht Nestle dämpften einen stärkeren Anstieg und die Schweiz blieb kursmässig hinter anderen europäischen Märkten etwas zurück. Der SMI notierte mit 8930 Zählern um 0,3 Prozent höher. Am Mittwoch war der Leitindex um 1,7 Prozent gestiegen.

Impulse erhoffen sich die Anleger von US-Konjunkturdaten: Erwartet werden unter anderem der Wochenbericht vom Arbeitsmarkt, die Statistik zu den Erzeugerpreisen und die Konjunkturindizes für die Grossräume New York und Philadelphia sowie die Industrieproduktion für Januar.

Die Nestle-Aktien fielen um 2,3 Prozent. Da sie rund einen Fünftel der Marktkapitalisierung des SMI ausmacht, macht sich das Kursminus des Lebensmittelwerts mit gut 35 Zählern im SMI negativ bemerkbar.

Nestle hat 2017 ein um Sondereffekte bereinigtes organisches Wachstum von 2,4 Prozent verzeichnet und damit die Schätzungen der Analysten von 2,7 Prozent verfehlt. Der Gewinn fiel wegen einer Abschreibung im Hautgesundheitsgeschäft um knapp 16 Prozent auf 7,2 Milliarden Franken. Die Aktionäre sollen mit einer etwas höheren Dividende von 2,35 (Vorjahr: 2,30) Franken je Titel getröstet werden. Für das laufende Jahr erwartet Nestle ein organisches Wachstum zwischen zwei und vier Prozent.

“Das Wachstum ist eine Riesenenttäuschung”, sagte ein Händler. Dies sei das schwächste organische Wachstum seit 1996.

Die Qualität der Margenentwicklung sei enttäuschend und die Aktien seien im Branchenvergleich eher hoch bewertet, begründete ZKB-Analyst Patrik Schwendimann den Kursrückgang.

Die Anteile der beiden Pharmariesen Novartis und Roche stiessen nach einem verhaltenen Start leicht in die Gewinnzone vor.

Die Aktien der Banken legten dagegen kräftig zu. Die höheren Anleihenrenditen weckten die Hoffnung auf bessere Erträge, hiess es am Markt. Credit Suisse legten fast drei Prozent zu. Am Vortag veröffentlichte das Institut einen über den Erwartungen liegenden Jahresabschluss. Mehrere Analysten äusserten sich positiv und hoben ihr Kursziel an.

Die Titel von Rivale UBS und von Julius Bär legten rund zwei Prozent zu. Die Anteile der Versicherer hinkten mit Kursgewinnen von weniger als einem Prozent hinterher.

Mehrheitlich fester zeigten sich die Aktien zyklischer Firmen. Die Aktie des Elektrotechnikkonzerns ABB stieg fast zwei Prozent. Die Papiere des Personalvermittlers Adecco zog um 1,5 Prozent an und der Zementriese LafargeHolcim gewann ein Prozent an Wert.

Am breiten Markt fielen die Aktien von Addex mit einem Kursplus von zehn Prozent auf. Der Arzneimittelhersteller will das Kapital um 40 Millionen Franken erhöhen und hat sich dafür die Zusage von Investoren aus dem Gesundheitsbereich gesichert.

Der Anteil von Phoenix Mecano legte drei Prozent zu. Der Komponentenhersteller hat 2017 den Bruttoumsatz um 7,6 Prozent auf 627,6 Millionen Euro gesteigert. Der Gewinn sank auf 22 von 23 Millionen Euro. 2018 werde eine Steigerung von Umsatz und Betriebsergebnis erwartet.

Die Aktien der St.Galler und der Waadtländer Kantonalbank stiegen um je zwei Prozent. Die Geldhäuser haben im vergangenen Jahr den Gewinn gesteigert und gehen wiederum von einem guten Jahr aus. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Oliver Hirt)

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