February 19, 2018 / 8:45 AM / 6 months ago

Schweizer Börse bröckelt ab - Nestle-Aktien bremsen

Zürich, 19. Feb (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Montag im frühen Handel leicht abgegeben. Kurseinbussen bei den Marktschwergewichten drückten den Markt ins Minus. Der SMI.SSMI> notierte mit 8965 Zählern um 0,2 Prozent tiefer. Am Freitag war der Leitindex um 0,8 Prozent gestiegen.

Händler sagten, da in den USA wegen des Feiertags Presidents Day die Märkte geschlossen seien, hielten sich die Anleger zurück. “Wie immer, wenn in den USA ein Feiertag begangen wird, fehlen uns die Impulse”, sagte ein Händler. Daher sei mit einer ruhigen Sitzung zu rechnen. Zudem sei es am Freitag in den USA zu Gewinnmitnahmen vor dem langen Wochenende gekommen.

Die Nerven hätten sich wieder etwas beruhigt, da die Aktien inzwischen rund die Hälfte des jüngsten Ausverkaufs wieder ausgleichen konnten, kommentierte die Credit Suisse.

Der Volatilitätsindex notierte mit knapp 16 Punkten wieder etwas höher, aber deutlich unter den jüngst verbuchten Höchstständen.

Im Fokus der Anleger standen die Aktien von Swiss Re, die um 0,4 Prozent höher waren. Der japanische Mischkonzern Softbank würde einen Einstieg bei dem Rückversicherer selbst finanzieren und nicht über sein Investmentvehikel, berichtete die “Finanical Times”. In den Gesprächen gehe es um einen Anteil von 20 bis 30 Prozent und mehrere Sitze im Verwaltungsrat. Softbank-Gründer Masayoshi Son werde Swiss-Re-Verwaltungsratschef Walter Kielholz in den kommenden Wochen treffen.

Die Aktien von Nestle verloren 0,7 Prozent. Händler erwähnten den als enttäuschend empfundenen Jahresbericht und damit in Zusammenhang stehende Kurszielsenkungen als Gründe für die tieferen Kurse. Ausserdem droht dem Lebensmittelriesen neues Ungemach: Mit einem konzertierten Bestellstopp will der deutsche Einzelhandelsriese Edeka zusammen mit Partnern wie der Schweizer Supermarktkette Coop und der europäischen Händlerallianz Agecore laut “Lebensmittel Zeitung” bessere Einkaufskonditionen bei den Schweizern durchboxen. “Wir gehen davon aus, dass sich Nestlé mit dem Einkaufsbündnis zu für beide Seiten akzeptablen Konditionen einigen kann. Trotzdem ist die Eskalation negativ zu werten, da sie in einer Region geschehen ist, die in der jüngeren Vergangenheit und auch 2017 eine gute Figur machte”, kommentierte ZKB-Analyst Patrik Schwendimann.

Mit den Pharmariesen Novartis und Roche schwächten sich weitere als krisenresistent geltende Titel ab.

Freundlich zeigten sich die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS sowie die meisten Versicherer. Zurich und Swiss Life stiegen um ein halbes respektive 1,7 Prozent.

Wenig verändert bis eine Spur höher präsentierten sich die Aktien zyklischer Firmen. Der Elektrotechnikkonzern ABB, der Personalvermittler Adecco und die Prüffirma SGS gewannen 0,1 Prozent.

Am breiten Markt fielen die Aktien von Molecular Partners mit einem Kursplus von 3,1 Prozent auf. Die Pharmafirma hat Aussicht auf Meilensteinzahlungen von bis zu 320 Millionen Dollar, weil der Kooperationspartner Allergan eine Option zur Entwicklung und Vermarktung des Produktkandidaten DARPin gezogen hat.

Die Aktien von Orell Füssli verloren 3,5 Prozent. Die im Bereich Druck und Einzelhandel tätige Gruppe erwartet wegen einer Wertberichtigung bei der Beteiligung an der Atlantic Zeiser von acht Millionen Franken ein rückläufiges Jahresergebnis für 2017 von rund sechs Millionen Franken. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Angelika Gruber; Bei Rückfragen wenden Sie sich an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern +49 69 7565 1236 oder +49 30 2888 5168)

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