February 22, 2018 / 8:55 AM / 3 months ago

Zinsängste belasten Schweizer Börse

Zürich, 22. Feb (Reuters) - Steigende Zinsängste haben die Schweizer Börse am Donnerstag ins Minus gedrückt. Die Anleger sorgten sich, dass ein rascher und starker Zinsanstieg den brummenden Konjunkturmotor ins Stottern bringen könnte. Der SMI notierte sank um 0,4 Prozent auf 8950 Punkte. Am Vortag hatte der Leitindex geringfügig höher geschlossen.

Gemäss dem Mittwochabend veröffentlichten Protokoll der geldpolitischen Sitzung von Ende Januar hat die US-Notenbank kräftige Signale für eine Zinserhöhung im März gesetzt. Unklar ist, wie es danach weiter geht. Im Dezember hatte die Fed für 2018 drei Zinsschritte nach oben in Aussicht gestellt. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen stieg auf 2,95 Prozent - der höchste Stand seit mehr als vier Jahren. “Wir gehen davon aus, dass die Fed die Zinsen am 21. März um 0,25 Basispunkte erhöhen wird, gefolgt von drei weiteren Erhöhungen im Jahr 2018”, erklärten die Analysten der Credit Suisse.

Der Aufwärtsdruck bei den Renditen dürfte anhalten. In den USA droht diese Woche eine Flut von neuen Staatsanleihen - es sollen Papiere von mehr als 250 Milliarden Dollar emittiert werden - und die Anleger gingen wegen steigender Inflationsrisiken von einer stärkeren Straffung der Geldpolitik aus. Damit würden Anleihenrenditen wieder zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für dividendenstarke Aktien, die wegen der Nullzinspolitik der Notenbanken zu einer Alternative für Anleihen geworden seien, sagte ein Händler. Das könnte zu Umschichtungen aus Aktien in Anleihen führen.

Marktteilnehmer versuchten auch zu beruhigen. “Dass eine boomende Volkswirtschaft wie jene in den USA zu höheren Leitzinsen führt, ist eigentlich logisch”, erklärten die Experten der Thurgauer Kantonalbank.

Mit Ausnahme der beiden als krisenfest geltenden Pharmaschwergewichte Novartis und Roche gaben die Bluechips nach. An die Spitze der Verlierer setzten sich die Anteile von konjunkturzyklischen Firmen wie des Elektrotechnikkonzerns ABB, des Zementproduzenten LafargeHolcim, der Inspektionsfirma SGS und des Uhrenherstellers Swatch mit Kurseinbussen von mehr als einem Prozent. Die Titel des Bauchemiekonzerns Sika sanken am Tag vor der Bilanzveröffentlichung um 0,8 Prozent.

Das dritte SMI-Schwergewicht Nestle, das eigentlich auch als defensive Anlage gilt, verlor 0,5 Prozent an Wert. Der Lebensmittelkonzern will einen Bestellungsstopp für seine Produkte bei Supermarktketten rund um Coop und die deutsche Edeka gütlich aus der Welt schaffen.

Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS wurden jeweils um 0,3 Prozent niedriger gehandelt. Gegen den Trend kletterten die Aktien der Cembra Money Bank um 1,5 Prozent. Die Kreditbank hebt nach einem leichten Gewinnanstieg im vergangenen Jahr die Dividende um 0,10 auf 3,55 Franken Dividende je Aktie an. Im laufenden Jahr rechnet die Bank mit einem Gewinnrückgang auf 4,80 bis 5,10 Franken je Aktie von 5,13 Franken 2017.

Versicherungswerte schwächten sich ab. Die Aktien von Swiss Re sanken um 0,7 Prozent. Der Rückversicherer veröffentlicht am Freitag den Jahresabschluss.

Am breiten Markt fielen die Aktien von Georg Fischer mit einem Plus von 1,8 Prozent auf 1338 Franken auf. Kepler Cheuvreux hat die Titel mit einem Kursziel von 1500 Franken zum Kauf empfohlen. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Paul Arnold)

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