February 23, 2018 / 9:04 AM / 7 months ago

Schweizer Börse startet tiefer - Swiss Re nach Jahresbericht gefragt

Zürich, 23. Feb (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Freitagvormittag leicht nachgegeben. Die Zinssorgen, die zuletzt den Märkten zu schaffen machten, hätten zwar etwas nachgelassen, sagten Händler. Die Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Notenbank halte aber an. Daher strichen die Anleger vor dem Wochenende kurzfristig erzielte Gewinne ein. Der SMI notierte 0,4 Prozent tiefer bei 8935 Zählern. Am Donnerstag hatte der Leitindex 0,2 Prozent verloren.

Händlern zufolge belastete Unsicherheit über die Zinsentwicklung in den USA die Aktienbörsen. Nachdem die Federal Reserve mit der Vorlage der Januar-Sitzungsprotokolle starke Signale für Zinserhöhungen gesetzt habe, hätten die Worte von Notenbanker Robert Kaplan, der drei Anhebungen in diesem Jahr für angemessen hält, die Sorgen etwas gedämpft. Die Fed hat im Dezember für 2018 drei Zinsschritte nach oben in Aussicht gestellt. Nach einer Reihe besser als erwartet ausgefallener Konjunkturdaten war an den Märkten aber vermehrt mit vier Zinsschritten gerechnet worden.

Im Fokus der Anleger standen die Aktien von Swiss Re, die nach der Bilanzvorlage um 2,4 Prozent höher bewertet wurden. Der Rückversicherer erhöht die Dividende trotz eines Gewinneinbruchs im vorigen Jahr auf 331 Millionen Dollar von zuvor 3,6 Milliarden Dollar. Zudem will die Nummer zwei der Branche erneut ein Aktienrückkaufprogramm auflegen und so bis zu eine Milliarde Franken an die Anteilseigner zurückzahlen. Zu den Verhandlungen um einen Einstieg des japanischen Telekomkonzerns Softbank hielt sich der Konzern bedeckt. Eine Kapitalverwässerung müssen die Aktionäre aber nicht befürchten.

Weniger gut aufgenommen wurde der Jahresbericht von Sika. Die Aktien des Bauchemiekonzerns sanken um 0,5 Prozent. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem “der Konzern geliefert hat, was erwartet war”, sagte ein Börsianer. Der Gewinn stieg um 14,5 Prozent auf 649 Millionen Franken und die Dividende wird auf 111 von 102 Franken angehoben. Damit hat Sika die Analystenerwartungen getroffen. Es gebe keinen Anpassungsbedarf bei den Schätzungen kommentierte die Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Etwas höhere Kurse verbuchten die Aktien von Swiss Life, deren Ergebnis kommende Woche erwartet wird. Auch die Aktien der Allspartenversicherer Baloise, Helvetia und Zurich wurden zu leicht höheren Kursen gehandelt. Rund ein Prozent schwächer waren dagegen die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS. Sie folgten den negativen Vorgaben der US-Rivalen am Donnerstag nach unten. Die Geldhäuser litten unter den leicht gesunkenen Anleiherenditen, hiess es am Markt.

Aktien zyklischer Firmen waren mehrheitlich schwächer. Der Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB verlor 0,2 Prozent, die Papiere der Inspektionsfirma SGS schwächten sich um 04 Prozent ab. Gegen den Trend leicht höher tendierten die Aktien des Zementherstellers LafargeHolcim.

Die Papiere der als konjunkturresistent geltenden Schwergewichte Nestle, Novartis und Roche sanken um ein halbes Prozent.

Am breiten Markt kletterte Also um vier Prozent nach oben. Die IT-Logistikfirma hat 2017 Gewinn und Umsatz auf Rekordwerte gesteigert und erhöht die Prognosen für 2018.

Die Aktien von Temenos verloren zwei Prozent. Das Papier leide unter den mit der Übernahme der britischen Softwareschmiede Fidessa verbundenen Unsicherheiten, sagte ein Börsianer. Konzernchef David Arnott hatte am Donnerstagabend zu Reuters gesagt, er sei zuversichtlich, dass Temenos dank Fidessa schneller wachsen könne. Zu der Beteiligung des aktivistischen Investors Elliott Capital, der gut vier Prozent an der britischen Firma hält, äußerte sich Arnott nicht. “Wir können weder die Aktionäre von Fidessa noch irgendjemanden, der mit einer anderen Agenda kommt, kommentieren.” Temenos habe ein faires Angebot gemacht. Das Unternehmen bietet 1,4 Milliarden Pfund für Fidessa. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern +49 69 7565 1236 oder +49 30 2888 5168.)

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